Keine Stromtrasse in Wohngebieten

aus Ultranet im Idsteiner Land

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Der hessische Landesentwicklungsplan fordert einen 400-Meter-Abstand zur Wohnbebauung. Archivfoto: Torsten Boor

Ultranet: Gemeinde Niedernhausen und Bürgerinitiative kämpfen gemeinsam für Verschwenkung der Leitungen.

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NIEDERNHAUSEN. „Das Interesse der Bürger an Ultranet und einer konsequenten Trassenverschwenkung der Hochspannungstrassen aus den Siedlungsgebieten in Niedernhausen steigt weiter an und nimmt beständig Fahrt auf.“ Das stellt die Bürgerinitiative Ultranet Niedernhausen/Eppstein wegen der ständig steigenden Nachfragen der Bürger und aufgrund der Ergebnisse intensiver Gespräche mit allen politischen Fraktionen in Niedernhausen fest.

Inzwischen habe sich auch der Ortsbeirat Niedernhausen nicht nur klar für die Verschwenkung der Stromtrassen aus den Wohngebieten ausgesprochen, sondern auch dafür, dass dabei die „Konglomerats Variante“, die „D3-Variante“ als Alternativkorridor verwendet werden soll. In vielen Gesprächen zwischen allen Beteiligten sei in den vergangenen Wochen deutlich geworden, wie wichtig eine aktive Strategie der Gemeinde in der konsequenten Verfolgung einer gemeinsam getragenen Trassenverschwenkung sei.

Gerichtsklage wird auch in Betracht gezogen

Nur damit könne eine mit großer Mehrheit getragene und für die Gemeinde sinnvolle Lösung nach mastenfreien Wohngebieten von der Bundesnetzagentur nachhaltig gefordert und auch dort wirklich erreicht werden. Zu einer konsequenten Verfolgung gehöre auch letztendlich die Klage der Gemeinde gegen eventuell halbherzige und willkürlich geprägte Bewertungen der alternativen Korridore durch die Vorhabenträgerin Amprion.

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Die Bürgerinitiative unterstreicht dabei, dass nur mit einer aktiv nach vorne blickenden Strategie, die alle demokratischen, politischen und rechtlichen Wege konsequent ausnutze, suboptimale alternative Trassenführungen, wie sie von der Vorhabenträgerin Amprion als Bestandstrasse durch Wohngebiete oder zwischen Schäfersberg und Oberjosbach vorgeschlagen werden, zum Wohle der Gemeinde zu vermeiden seien.

Bereits im Mai dieses Jahres hätten Amprion und Bundesnetzagentur ihre Bewertungen der von der Gemeinde und den Bürgern in der Fachplanung eingebrachten alternativen Trassenführungen mit Vertretern der Bürgerinitiativen und der Gemeinde diskutiert. Eine Erdverkabelung und die linksrheinische Alternativtrasse würden von der Vorhabenträgerin Amprion definitiv ausgeschlossen. Aus den von der Gemeinde und den Bürgern vorgeschlagenen Freileitungskorridoren bewerte Amprion lediglich die östlich verlaufende Variante, die sogenannte „Konglomerats-Variante“, als überlegenswert in der Fachplanung.

400-Meter-Abstand zur Wohnbebauung

Diese Überlegungen von Amprion würden von der Bürgerinitiative und der Gemeinde unter der Bezeichnung „D3-Variante“ nun so weiterentwickelt, dass konsequent der vom hessischen Landesentwicklungsplan geforderte 400-Meter-Abstand zur Wohnbebauung eingehalten werde. Der D3-Korridor, der an der Landstraße Oberseelbach/Lenzhahn an der Bestandstrasse beginnend nach Osten hinter dem Nickel verlaufe und dann in die bereits im vergangenen Jahr beschlossene Verschwenkung der Gemeinde einmünde, umgehe Wohngebiete und nutze die neuen Möglichkeiten durch die inzwischen verkleinerten Windkraft-Vorranggebiete. Wichtiger Punkt dieses Vorschlags sei ebenfalls, dass der Wald überspannt werde, ohne Schneisen zu schlagen, wie dies auch bei anderen Projekten verwirklicht worden sei. Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde und der Nachbarkommunen würden nicht beeinträchtigt und alle Siedlungsgebiete in Niedernhausen würden maximal möglich entlastet.