Drogenlabor und Fälscherwerkstatt in Niedernhausen

aus Blaulicht

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Ein Absperrband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ ist vor einem Polizeiwagen aufgespannt.

Die Polizei hat einen 40-jährigen Niedernhausener festgenommen und bei der Durchsuchung seiner Räumlichkeiten bemerkenswerte Entdeckungen gemacht.

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Niedernhausen. Elf Kilogramm Marihuana, Hunderte Tabletten Ecstasy, rund 21.000 Zigaretten und mehrere Liter eines Grundbausteins zur Herstellung von Metamphetamin: Das haben Ermittler der Polizei im Rheingau-Taunus-Kreis am vergangenen Freitag in einer Lagerhalle in Niedernhausen aufgefunden. Und das war noch nicht alles. In einer Wohnung in der Gemeinde konnten neben mehreren Tausend Euro Bargeld, Gold, weiteren Drogen, Schreckschusswaffen sowie verschreibungspflichtige Medikamenten auch diverse Fälschungsutensilien zur Herstellung von Replikaten hochwertiger Uhren sichergestellt werden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Als wäre das aber noch nicht genug, fanden die Beamten in einem Büroraum im Wiesbadener Stadtteil Bierstadt zuletzt noch weitere Beweismittel wie gefälschte Uhren und Ausweisdokumente samt deren entsprechenden professionellen Herstellungsgeräten sowie mehrere Computer und Speichermedien.

Gegen 40-Jährigen wird schon seit 2021 ermittelt

Verantwortlich gemacht wird für all dies ein 40-jähriger Mann aus Niedernhausen. Gegen ihn wird schon seit 2021 ermittelt. Der Verdacht lag nahe, dass er mit Betäubungsmitteln in großen Mengen handele und darüber hinaus Ausweisdokumente, Uhren und Geldscheine fälsche. Um dies zu beweisen, durchsuchten dann am Freitagmorgen gleich mehrere Polizeibeamte zeitgleich die Wohnanschrift des Niedernhauseners sowie die beiden gewerblich genutzten Räume des 40-Jährigen. Mit Erfolg, wie sich dann herausstellen sollte.

Funde in dieser Größenordnung sind auch für die Ermittler im Rheingau-Taunus-Kreis etwas Außergewöhnliches, zuletzt war 2021 ein Schlag gegen eine Bande von Drogenhändlern aus Lorch im Rheingau gelungen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wurde der 40-Jährige dann am Samstag zunächst aufgrund seines Gesundheitszustandes in ein Krankenhaus eingeliefert und von dort nach richterlicher Entscheidung in eine Justizvollzugsanstalt nach Frankfurt gebracht.