Bürgerinitiative schildert Fortschritte beim Bahnlärmschutz

Wie nach der Sitzung des Beirats Leiseres Mittelrheintal berichtet wurde, gibt es mittlerweile auf mehr als 50 Kilometern Schienenstegdämpfer und Schienenschmiereinrichtungen.

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RHEINGAU/BINGEN. (red). Gute Nachricht für lärmgeplagte Anwohner der Bahnstrecken im Mittelrheintal. Mittlerweile wurden dort alle geplanten Schienenstegdämpfer und vorgesehenen Schienenschmiereinrichtungen „erfolgreich installiert“ – das teilte die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn nach der 19. Sitzung des Beirats Leiseres Mittelrheintal in Bingen mit. In der Sitzung hätten Vertreter des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn über die Fortschritte bei der Verwirklichung von Lärmschutzmaßnahmen berichtet. Diese seien schon auf einer Strecke von mehr als 50 Kilometern abgeschlossen.

Wie die Bürgerinitiative weiter mitteilte, geht es auch bei den Planfeststellungsverfahren für die Schallschutzwände voran: So hätten die nötigen Erörterungstermine größtenteils schon stattgefunden, und der Baubeginn von zwei Baumaßnahmen sei sogar auf 2023 vorgezogen worden. Damit gingen 2023 insgesamt sechs Maßnahmen in den Bau. „Erfreulich“ nannte es Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative, dass die Deutsche Bahn auf ihrer neuen Internetseite www.leiseres-mittelrheintal.de ab dem heutigen Montag die Bürger über den aktuellen Stand der einzelnen Lärmschutzmaßnahmen informiere. Dass Firmen eine Gleisanschlussförderung beantragen können, ist aus Sicht Puschs ebenfalls positiv zu bewerten.

Weitere Tagesordnungspunkte waren den Angaben nach etwa das gemeinsame Lärmschutzziel 2030/2050 von Bund und Bahn, die erfolgreiche Umrüstung der 180 000 in Deutschland fahrenden Güterwaggons, die zu 99,6 Prozent auf Flüsterbremsen umstellt seien, und die Verwirklichung des Schienenlärmschutzgesetzes. Ab 2022 würden mithilfe von 19 Lärmmessstationen bundesweit laute Güterwaggons erfasst und mit einer hohen Geldstrafe belegt.

Im Beirat sitzen Vertreter von Bürgerinitiativen und Deutscher Bahn sowie Politiker aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Das Gremium tagt jährlich in einem anderen Ort im Mittelrheintal. „Der Beirat ist für uns Bürgerinitiativen ein wichtiges Forum, um die konkreten Anliegen von uns Anwohner direkt mit den verantwortlichen Politikern und der Deutschen Bahn kritisch zu besprechen“, so Pusch. Andreas Gehlhaar, Beiratsvorsitzender und Lärmschutzbeauftragter der Deutschen Bahn, wurde von der Bürgerinitiative mit den Worten zitiert: „Der Beirat Leiseres Mittelrheintal ist eine Erfolgsgeschichte.“