Zweiter Alteburger Markt des Jahres in Heftrich

Heimliche Stars auf dem Alteburger Markt: das liebe Federvieh, das in großer Auswahl angeboten wird. Foto: Mallmann/AMP

Der zweite Alteburger Markt des Jahres in Heftrich überzeugt nicht nur allein mit seinem Warenangebot, sondern auch mit interessanten und ungewöhnlichen Geschichten.

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HEFTRICH. Eine lange Zuschauerreihe hat sich vor dem Hühnerstand von Marion und Hans-Josef Loersch gebildet, denn dort hebt man das zappelnde Federvieh in vielen Farben und Größen mit den Händen aus den schattigen Käfigen und packt sie in Kartons, damit die Kunden sie transportieren können: Gelbsperber, Blauleger, Marans, Sussex, Schwarze Bovans, Braune Legehühner, Italiener, Rodeländer und mehr. Das Ehepaar kommt bereits seit etwa 2003 aus Isselbach hierher. Sie unterhalten dort allein einen mittelgroßen Zuchtbetrieb, wie Marion Loersch erzählt. Nur für den Markt habe man zusätzliche Helfer mitbringen müssen.

Das ist allerdings erstaunlich, wenn man weiß, dass die beiden seit 2001 erwerbsunfähig sind: Ihr Mann habe einen Wirbelschaden, sie selbst habe einen Lungenkrebs überstanden, sagt Loersch, die vom nächsten Jahr an eigentlich reguläre Rente bekommt. Aber ihr Mann sei der Meinung gewesen, man könne ja nicht nichts tun. Ein Onkel ihres Mannes habe einen Zuchtbetrieb gehabt und so fingen die Loerschs mit 40 Wachteln an. „Und wir tun es gern, wir machen weiter, solange wir können, vielleicht nicht wie der Onkel, der züchtete, bis er 80 war, aber sicher noch fünf bis zehn Jahre.“

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Sie fahren auf Märkte in der Eifel, in Hochheim und Mayen oder auch mal „auf Abruf“ irgendwo hin. Zum Alteburger komme man immer gern, ergänzt sie, vor Corona sei es immer super gelaufen. Auch der erste Markt in diesem Jahr sei bombastisch gewesen, während der zweite etwas „schleppend“ verlaufe. „Viele stehen ewig herum und wollen nur fotografieren“, fügt sie hinzu. Und für die Kinder ist es natürlich ein seltenes Schauspiel, wenn die schreienden Hühner in Kartons landen. Trotzdem sind alle Helfer am Stand mehr als gut beschäftigt.

Dips mit ganz besonderen Wirkungen

Ebenso wie Hühner gehören auch Gewürze seit jeher zum Angebot auf dem traditionellen Kram- und Viehmarkt mit Volksfestcharakter. Während im Hintergrund die Musikkapelle zu hören ist, erläutert Hans-Peter Schäfer, der „Mann von der Chefin“ von KR-Gewürze (Kräuter Rheinland) aus Ransbach-Baumbach, blitzschnell das umfangreiche Sortiment, beantwortet nebenbei viele neugierige Fragen von Besuchern und bedient gleichzeitig die Kunden. Und dabei ist er „erst“ zum dritten Mal dabei…

KR-Gewürze hat 16 Mitarbeiter, die alle Produkte selbst mischen und abfüllen. Die Firma beliefert Rewe und Globus, mit Kaufland sei man im Gespräch, erklärt Schäfer. Zu den mehr als 800 verschiedenen Gewürzen in unterschiedlichen Verpackungen von Beuteln über Plastikdosen bis zu hübschen, geschenktauglichen Gläschen gehören etwa Tomate-Mozzarella-Salz oder die Mischung „Die gesunden 3“ aus Koriander, Muskat und Kreuzkümmel, von der man zweimal täglich eine Messerspitze zu sich nehmen soll.

Eigentlich ist die Firma laut Schäfer jedoch „Spezialist für Dips“: 80 verschiedene Dips – komplett ohne Zusatzstoffe – zum Selbstanrühren etwa mit einigen Teelöffeln Joghurt, Creme Fraîche, Frischkäse oder Mayonnaise – sind im Angebot, einige in den bunt gefüllten Kunststoffbeuteln sehr originell bebildert und beschriftet. So helfe zwar der „Corona-Dip“ nicht gegen das Virus, aber wer ihn esse, habe 2 Meter Mindestabstand garantiert – wegen des hohen Knoblauchanteils. Gleiches gelte für den 9-Euro-Ticket-Dip: „Er ist zwar keine Sitzplatzreservierung, aber wer ihn isst, bekommt garantiert einen Sitzplatz“.

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Wer den Markt nicht besucht hat, kann die Produkte unter https://www.krgewuerze.biz auch online bestellen.