Rathaussturm in Idstein

In kleiner Runde übergibt Bürgermeister Christian Herfurth (Mitte) symbolisch den Rathausschlüssel an den 1. Vorsitzenden des Karnevalsvereins Idstein, Robin Rütten. Foto: Mallmann/AMP

Der Karnevalsverein Idstein hat den Schlüssel von Bürgermeister Herfurth erobert. Die Narren hatten das Format der Veranstaltung wegen der Infektionszahlen aber stark verkleinert.

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IDSTEIN. „Idstein – Helau! Idstein – Helau!“, schallten nach einem Jahr Zwangspause über den König-Adolf-Platz wieder die gewohnten Rufe des Idsteiner Rathaussturms, der traditionell am ersten Samstag nach dem 11.11. stattfindet. Mit Narrenkappen auf den Köpfen schwang das Komitee des Idsteiner Karnevalsvereins (KVI) den in diesem Jahr mit einem Mund-Nasen-Schutz ausgestatteten Rammbock vor der Rathaustür vor und zurück, bis der mit Narrenkappe aus einem Fenster im ersten Stock blickende Idsteiner Bürgermeister Christian Herfurth seine Kapitulation verkündete.

Trotz Genehmigung Programm verkleinert

Schließlich übergab Herfurth vor der Rathaustür den symbolischen Rathausschlüssel an den KVI und eröffnete damit die fünfte Jahreszeit. Grinsend verkündete Herfurth gegenüber den Narren: „Ihr habt nun wie jedes Jahr die große Verantwortung: Der Haushalt muss beschlossen und einiges andere muss erledigt werden, und ich komme dann am Aschermittwoch wieder.“ Ein anschließender Empfang mit Verköstigung im Rathaus war dieses Jahr pandemiebedingt nicht möglich, und auch den zunächst geplanten Marsch des Narrenzugs durch die Idsteiner Altstadt hatte der KVI kurzfristig doch noch abgesagt. Den Grund dafür erklärte der 1. Vereinsvorsitzende Robin Rütten: „Seit Donnerstagabend gibt es vom Robert Koch-Institut (RKI) wieder die Empfehlung, große Veranstaltungen aufgrund der steigenden Corona-Zahlen nicht stattfinden zu lassen. Deshalb hat sich der KVI dazu entschlossen, den Rathaussturm ohne die Musikgruppe Meenzer Rhoigeister und die KVI-Tanzgruppe Hexenturmgarde und auch ohne Zug durch die Innenstadt stattfinden zu lassen.“ Weiter führte Rütten aus, der KVI habe es für unpraktikabel gehalten, für den Rathaussturm die Idsteiner Altstadt abzusperren und ihn durch Zugangskontrollen zu einer 3G-Veranstaltung zu machen. „Wir sind schon enttäuscht, dass wir die Veranstaltung heute nicht wie geplant durchführen konnten“, sagte Rütten. „Es war eine schwierige Entscheidung, denn wir hätten grundsätzlich die Genehmigung für die Veranstaltung gehabt, aber letztlich hat die Vernunft gesiegt.“ KVI-Vorstandsmitglied Karl-Wilhelm Höhn ergänzte: „Der gesundheitliche Schutz ist wichtiger.“ Rütten ergänzte: „Besonders bitter ist es auch für unsere Hexenturmgarde, die ihre Choreografie heute nicht präsentieren kann.“ „Aber positiv ist, dass unsere Garde in der Pandemie nur etwas geschrumpft ist und weiterwachsen wird. Sie steht allen Kindern zwischen sechs und 17 Jahren offen.“ Mit Blick auf die Rhoigeister meinte Rütten: „Auch ihnen tut es heute sehr weh, denn sie hatten ihren letzten Auftritt Anfang 2020.“

Die Kappensitzung des KVI wird auch im Februar 2022 entfallen. Michaela Hill, Vizepräsidentin des Elferrats des KVI, sagte dazu: „Eigentlich wollte der KVI seine Jahrfeier zum elfjährigen Bestehen Anfang 2021 feiern, und da es jetzt 2022 auch nichts wird, müssen wir sie auf Anfang 2023 verschieben. Aber vielleicht wird der Empfang dann dennoch etwas größer und das Programm exklusiver werden.“

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Trotz Pandemie blicke der KVI positiv in die Zukunft, meinte Rütten: „Da alle unsere Veranstaltung bislang große Erfolge waren, ist unser Verein auch finanziell gut aufgestellt.“ Hill verkündete stolz, die KVI-Mitgliederzahl sei trotz der Pandemie ziemlich stabil bei 134 geblieben.

Von Marc Ertl