Auf Spenden angewiesen: Jugendliche von Vitos Teilhabe...

aus ihnen leuchtet ein Licht

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Wärmen sich am Feuer auf: (von links) Nico, Wildnispädagoge Martin Hönge, Pascal, Mark, Alina und Erzieherin Simone Wengel.Fotos: Stefan Gärth  Foto:

Holz sammeln und ein Lagerfeuer machen, mit dem Taschenmesser etwas schnitzen und dabei den Wald und die Natur entdecken. Jede Woche begrüßen die Kinder und Jugendlichen aus...

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IDSTEIN. Holz sammeln und ein Lagerfeuer machen, mit dem Taschenmesser etwas schnitzen und dabei den Wald und die Natur entdecken. Jede Woche begrüßen die Kinder und Jugendlichen aus den vollstationären Wohngruppen von Vitos Teilhabe den Wildnispädagogen Martin Hönge stürmisch am Grillplatz „Drei Eichen“ am Ende der Idsteiner Schützenhausstraße. Auch Therapiehund Sia ist immer mit dabei und bewegt sich zusammen mit den Jugendlichen frei über Stock und Stein. „Das gefällt mir besonders“, sagt Erzieherin Simone Wengel. „Die Jugendlichen können sich hier frei bewegen und auch mal schreien und herumtoben.“

Wärmen sich am Feuer auf: (von links) Nico, Wildnispädagoge Martin Hönge, Pascal, Mark, Alina und Erzieherin Simone Wengel.Fotos: Stefan Gärth  Foto:
Martin Hönge ist es wichtig, dass die Jugendlichen selbstständiger werden.   Foto:

Verantwortung, Motorik und Teamfähigkeit stärken

Und das bei jedem Wetter. Auch wenn es wie in dieser Woche Schnee regnet und ein kalter Wind weht. Dagegen hilft ein Lagerfeuer, für das die jungen Waldexperten selbstständig Holz sammeln und in der Feuerstelle entzünden. „Man muss erst das kleine Holz nehmen und damit eine Pyramide bauen“, erklärt Nico. „Dann kommt Watte unten rein, die man dann anzündet. Die großen Holzstücke werden nach und nach darum herumgebaut.“ Die Größe des Feuers so zu steuern, macht dem 17-Jährigen besonders Spaß – und alle kommen an die Feuerstelle, um sich die kalten Finger aufzuwärmen.

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Immer mittendrin Martin Hönge, Leiter der Moccasin Tracks Wildnisschule im Taunus. „Das Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern“, sagt Hönge. „Hier dürfen sie ausprobieren, was sie sonst nicht dürfen“, erklärt er weiter und betont, dass es in den vier Jahren, in denen sich die Gruppe schon an der Grillhütte im Wald trifft, keinerlei Unfälle oder Verletzungen gegeben habe. „Die Kinder gehen sehr bedacht mit dem Taschenmesser oder mit dem Feuer um.“

Martin Hönge ist Wildnis- und Waldpädagoge, Jäger und Sammler. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich der gelernte IT-Systemkaufmann mit dem Leben und Überleben in der Natur. Hönge ist außerdem Experte für Lehren und Lebensweisen indigener Kulturen, die Kelten, vorgeschichtliche Jäger- und Sammler-Kulturen und das Anfertigen von und den Umgang mit Pfeil und Bogen sowie Messerbau. Für ihn ist es wichtig, dass die Jugendlichen seine Anregungen individuell umsetzen. So zum Beispiel beim Schnitzen. „Ich habe ihnen gezeigt, wie es geht und herausgekommen sind wunderbare kleine Weihnachtsmänner, die alle unterschiedlich ausgesehen haben.“

Auch Teamfähigkeit und Motorik würden bei dem waldpädagogischen Angebot gefördert, beschreibt Simone Wengel die Entwicklung, die sie an den Jugendlichen beobachtet hat. „Sie sammeln zusammen Holz und machen Feuer, beim Bogenschießen müssen sie aufeinander Rücksicht nehmen und beim Schnitzen üben sie die Feinmotorik.“ Wenn es nicht regnet oder schneit, ist die Gruppe ganz im Wald. Beim Spazieren gehen lernen sie gemeinsam die Pflanzen kennen oder machen ein Picknick.

Anders als beim Jugendamt ist es allerdings so, dass der Landeswohlfahrtsverband solche Freizeitangebote nicht finanziert. Damit die Kinder und Jugendlichen aus den Wohngruppen von Vitos Teilhabe auch weiterhin mit Martin Hönge die Natur erleben können, sammelt diese Zeitung in ihrer diesjährigen Aktion „ihnen leuchtet ein Licht“ Spenden, um die Teilnahme an dem waldpädagogischen Angebot weiter zu ermöglichen.