Zwei Bankräuberinnen mit Problemen

Nora Kühnlein als Manu (links) und Eleni Tsaousidou als Chantal bieten im Duett einen Abend, bei dem die Zuschauer viel zu lachen hatten. Foto: Wolfgang Kühner

Ein eiskalter Maitag, aber eine erwärmende Darbietung: Die Zuschauer erleben bei „Zwei wie Bonnie und Clyde“ im Kartenhausensemble Strinz-Margarethä einen amüsanten Abend.

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HOHENSTEIN. Das muss auch mal sein: Eine echte Klamotte ohne wirklich tieferen Sinn, einfach nur zum Amüsieren. Und wenn das Ganze von zwei so tollen Schauspielerinnen aufgeführt wird, dann lässt sich der Abend mühelos goutieren, selbst an einem ungewohnt eiskalten Maitag wie dem der Premiere, aber hier hält der Hausherr ja fürsorglich Decken und heißen Tee bereit: Zu Gast in der Scheune des „Kartenhausensembles“ von Halvor Boller in Strinz-Margarethä war die Produktion „Zwei wie Bonnie und Clyde“ von Tom Müller und Sabine Misiorny, die Regisseur Klaus-Dieter Köhler für die Wiesbadener Schule für Schauspiel bereits im vergangenen Jahr inszeniert hatte und dafür auch Musik seines Vaters alias „Frank Kolar“ verwendete. Das aber auch schon mit dem Hintergedanken, sie auch auf der Bühne in Strinz-Margarethä aufzuführen, denn, so Köhler, „das passt hier einfach auch gut hin.“

Auf der Bühne geht es auch albern zu

Stimmt: Die Premiere war ausgebucht, zahlreiche Zuschauer wollten die Gangsterkomödie sehen, die an vielen kleineren Boulevardtheatern aufgeführt wird. Eigentlich ist das Duo männlich/weiblich, hier jedoch spielen zwei Frauen: Eleni Tsaousidou und Nora Kühnlein, beide Absolventinnen der Wiesbadener Schule für Schauspiel.

Die beiden ergänzen sich vorzüglich und können in ihren Rollen mal so richtig schön albern sein. Und da mittlerweile ja auch zwei Frauen heiraten können, ist der Plan, in „Los Vegas“, wie es „Chantal“ beharrlich nennt, die Ehe zu schließen und anschließend Flitterwochen auf Hawaii zu machen, überhaupt nicht abwegig.

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Doch dafür braucht es das nötige Kleingeld, und so entschließen sich Chantal und Manu, eine Bank zu überfallen. Das geht gründlich schief, und zwar mehrmals: Es will den beiden Gangsterinnen einfach nicht gelingen, Geld zu erbeuten. Mal nehmen sie versehentlich eine Tüte mit Lebensmitteleinkäufen mit, mal kommen ihnen andere Bankräuber zuvor. Das alles wird in herrlich slapstickartigen Dialogen erzählt, denn der Schauplatz der Komödie ist das Versteck der Amateurverbrecher, ein rumpelkammerartiges Schuhlager. Dort nisten sich die beiden ein und versuchen, immer neue Überfallpläne zu schmieden – so wie Bonnie und Clyde eben, wie „Manu“ ihrer „Chantal“ erzählt.

Diese Chantal ist nicht gerade mit Intelligenz gesegnet, dafür aber so verknallt in ihre Freundin, dass sie ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen will. Doch gerade das geht ständig grandios in die Hose. Eleni Tsaousidou schafft es bravourös, diesen Ausbund an Begriffsstutzigkeit zu verkörpern. Immer wieder will sie Szenen des nächsten oder vergangenen gescheiterten Banküberfalls nachspielen oder einüben, und dem Zuschauer ist dann schon klar, warum das alles nicht klappen will. Manu alias „Clyde“ bringt dies schier zur Verzweiflung: klasse gespielt von Nora Kühnlein. Dass dann plötzlich doch eine Tüte mit Geld da ist, wo diese herkommt und wer sie schließlich für sich behalten kann - das soll hier nicht verraten werden. Ein Abend zum Weglachen mit zwei Schauspielerinnen, die richtig Spaß haben.