Geisenheimer Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ hält...

(red). Stolpersteine, von denen der Künstler Gunter Demnig mittlerweile weit über 62 000 verlegt hat, liegen an über 11 000 Orten in Europa. Zwölf davon in...

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GEISENHEIM. (red). Stolpersteine, von denen der Künstler Gunter Demnig mittlerweile weit über 62 000 verlegt hat, liegen an über 11 000 Orten in Europa. Zwölf davon in Geisenheim.

Jeder Stolperstein erinnert an einen Menschen, der in deutschem Namen ermordet wurde, weil er Jude, Sinto, Behinderter, Homosexueller, Zeuge Jehova war oder einfach nur politisch anders dachte. Auch in Geisenheim sind die jüdischen Mitbürger nicht einfach über Nacht verschwunden, sondern wurden systematisch ausgegrenzt, erfasst und später dann deportiert – unter den Augen der Öffentlichkeit.

Seit vier Jahren kümmert sich die Geisenheimer Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ darum, dass die grausame Realität des Holocaust auch in Geisenheim nicht vergessen wird und man sich der Menschen erinnert, die ihm dort zum Opfer fielen. Deswegen wurden und werden in Geisenheim Stolpersteine verlegt.

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„Der wiederaufkeimende Antisemitismus in der Gegenwart mit all seinen Facetten braucht eine aktive Auseinandersetzung, um zu zeigen, dass Religionsfeindschaft und überhaupt Rassenhass und Ausgrenzung in einer modernen Gesellschaft, in einer zivilisierten Gesellschaft keinen Platz hat und keinen Platz haben sollte“, sagt Susanne Göttel-Spaniol als Vertreterin der Arbeitsgruppe. Niemand dürfe darauf vertrauen, dass Strafrecht und Polizei das Problem des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit alleine lösen. Jeder Einzelne sei gefordert, für Weltoffenheit, Toleranz und friedliche Konfliktbewältigung einzutreten. Die Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ werde sich weiter engagieren.