Der Einsatz von Drohnen im Weinbau war auch Thema einer Präsentation an der Hochschule. Archivfoto: Heinz Margielsky

Studierende der Hochschule Geisenheim haben zwölf Projekte über Neue Medien vorgestellt. Ein Film davon erzählt von „Genuss im digitalen Zeitalter“.

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GEISENHEIM. „Dusty, räum‘ die Küche auf!“, lautet die Aufforderung, und der Angesprochene setzt sich sofort in Bewegung. Ein großes Namensschild vor der Brust macht ihn für die Besucher im Gerd-Erbslöh-Hörsaal der Hochschule Geisenheim identifizierbar. Auf dem Kopf trägt der fleißige Dusty einen mit Silberfolie beklebten Karton, darunter steckt übrigens der Kopf des Studenten Max Wirsching.

Glitzernde Folie und eine Roboter-Stimme aus dem Hintergrund genügt aber nicht alleine, um sich beim Wettbewerb im Modul „Neue Medien und Digitalisierung“ durchzusetzen. Doch die Projektgruppe „Smart Movie: Genuss im digitalen Zeitalter“ hat – angeleitet von Robert Lönarz als Dozent – auch einen Clip zu bieten, der eine kurze Geschichte rund um die Vorzüge eines intelligent-digitalen Heims erzählt. Das Smartphone des Protagonisten liefert die Warnung „Jahrestag Schatz“, was etliche Aktivitäten nach sich zieht. Blumen werden auf Zuruf bestellt, die Raumtemperatur ohne Griff zum Schalter auf romantische 24 Grad erhöht, Informationen über einen Riesling Classic Villa Monrepos verlesen – und Dusty macht sich nützlich. Die Performance bringt der Gruppe den „Goldenen Wingertsknorze“ als Preis ein.

Insgesamt stellen sich die Mitglieder von zwölf Projekten vor, das Spektrum reicht von klassischer Werbe-Fotografie bis zum Instagram-Takeover, um für deutschen Wein zu werben. Eine Jury aus acht Leuten, die mit Wein und Medien zu tun haben, bewertet die Präsentationen, bei denen auch heute noch Karteikarten oder Notizzettel in Händen gehalten werden, selbst wenn es um Neue Medien und Digitales geht.

Mit Instagram und Facebook dagegen steuern

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Live-Streams aus der Küche im Uni-Keller bringen die Arbeit dort auf eine Leinwand im Hörsaal. Im Ganzen sind es neun Lehrbeauftragte, die mit den künftigen Akademikern ihre Beiträge erarbeitet haben. Gut schneidet hinter dem Sieger die „Winzer.cloud“ ab mit offen zugänglichen Informationen für Weinbauern, die vom Marketing über Preisgestaltung bis zur Suchmaschinen-Optimierung reichen. Der niederländische Weinhändler Michel Poldermann steht bei diesem Vorhaben den Studenten zur Seite.

Anerkennung erntet ebenso das von der Buchautorin Cordula Eich begleitete Projekt „Agrarpolitik im Netz“. „Keiner hat da wirklich Bock drauf“, heißt es von den Erstsemestern zum Stellenwert des Komplexes, der in den neuen sozialen Medien gleichfalls überschaubar sei. Auf Instagram und Facebook steuert die Gruppe dagegen – bewusst „plakativ, reißerisch und emotional“. So untermalt der Gute-Laune-Song „Don’t worry, be happy“ einen Film, der den Gang durch einen Schweinemast-Betrieb zeigt.

Video-Porträts über Sportler und Winzer oder Trailer über die Hochschulstadt Geisenheim in Tagesschau-tauglicher Länge sind bei der Präsentation ebenfalls zu sehen. Der Einsatz von Drohnen, zum Beispiel um Pflanzenschutzmittel in Steillagen zu versprühen, rückt genauso in den Mittelpunkt. Nicht nötig sind solche Maßnahmen jedoch über dem kleinen Weinberg, der im April in einer Messehalle in Mainz entstehen soll.