Stadt Eltville startet Aufruf: Wer erinnert sich an jüdische...

Nun soll auch Eltville Stolpersteine bekommen – in anderen Rheingauer Gemeinden gibt es sie schon. Das Bild zeigt Gunter Demnig, der 2015 Stolpersteine in Mittelheim verlegte.Archivfoto: RMB/Margielsky  Foto:
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(red/olko). Im Rheingau gibt es sie bislang in Geisenheim, Oestrich-Winkel und Kiedrich: Die Rede ist von den „Stolpersteinen“. Mit den kleinen, in der Straße...

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ELTVILLE. (red/olko). Im Rheingau gibt es sie bislang in Geisenheim, Oestrich-Winkel und Kiedrich: Die Rede ist von den „Stolpersteinen“. Mit den kleinen, in der Straße eingelassenen Messingplaketten will der Künstler Gunter Demnig an Menschen erinnen, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS) verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Nun sollen auch in Eltville Stolpersteine verlegt werden.

Erinnerungen an die Opfer wachhalten

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, soll das Projekt die Erinnerung an die Opfer wachhalten. Die Zeit, in der Augenzeugen lebendig und authentisch über die Schrecken Nazi-Deutschlands und die Verfolgung der jüdischen Nachbarn und anderer Opfergruppen erzählen können, sei bald vorbei. Schließlich seien die Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges mittlerweile hochbetagte Menschen.

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Die Stadtverordnetenversammlung hatte beschlossen, Stolpersteine in Eltville und den Stadtteilen zu verlegen, um damit die Erinnerung an die Leiden der Juden und anderer Verfolgter auch in der Stadt stets wachzuhalten.

Bürgermeister Patrick Kunkel (CDU) ruft deshalb dazu auf, dass sich Eltviller Bürger, die sich an verschleppte jüdische Nachbarn und andere Opfer des NS-Regimes erinnern können, melden und darüber berichten. Der Historiker Sebastian Koch recherchiert im Auftrag der Stadt Eltville, wo die Opfer des nationalsozialistischen Regimes einst gelebt haben. Vor den Häusern der Betroffenen, die einst in Eltville wohnten, sollen Stolpersteine an die Menschen und ihr Schicksal erinnern.

„Ihre Erzählungen helfen uns bei der Recherche“, sagte Kunkel an die Adresse der Bürger. „Eventuell führt uns gerade Ihr Bericht auf eine Spur.“. Ziel sei es, so Kunkel, im März oder April 2018 mit der Verlegung der Stolpersteine in Eltville zu beginnen. Der Bürgermeister schätzt, dass man auf 30 bis 40 Stolpersteine kommen wird. Was die Finanzierung der Aktion angeht, so hofft er auf Spenden.