Frisch saniertes Haus in Eltville abgebrannt

Der Brand brach nach ersten Untersuchungen in der Umgebung der Loggia des Reihenhauses aus.        Foto: Feuerwehr Eltville

Ein Haus in Eltville ist nach einem Brand unbewohnbar. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass die Feuerwehr schneller am Einsatzort war und es nicht noch schlimmer kam.

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ELTVILLE. Es war ein Brand, der rund 60 Einsatzkräfte beschäftigte und das gerade frisch renovierte Haus eines Paares aus Eltville ruinierte. Doch es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Aber von vorne. Als am Samstagabend um 21.16 Uhr die Brandmeldung kommt, sitzen die Kameraden der Feuerwehr nach der Jahreshauptversammlung noch in der Feuerwache in Eltville zusammen. Sie brauchen nur noch in die Taubenbergstraße in der Kernstadt loszufahren. Fünf Minuten könne es ansonsten dauern, bis alle in Montur in den Fahrzeugen sitzen, berichtet der Eltviller Stadtbrandinspektor Tim Gabel. Wertvolle Minuten, denn an dem Abend geht ein Wind, der Brände enorm beschleunigt. „Wenn die Kräfte erst alarmiert hätten werden müssen, hätte das Feuer wahrscheinlich auf ein Nachbarhaus übergegriffen“, so Gabel. Tut es zum Glück nicht. Da dieser Verdacht aber zum Zeitpunkt der Alarmierung noch besteht, werden neben den rund 25 Kräften aus Eltville die Kameraden aus Erbach und Martinsthal herbeigerufen sowie eine Drehleiter aus Oestrich-Winkel.

Bewohner sind im Restaurant

Als die Feuerwehr eintrifft, schlagen die Flammen bereits aus der Loggia. Von der Gartenseite her wird gelöscht – von außen zunächst, dann auch innen. Die Feuerwehr bricht dazu ein Fenster auf, um den Schaden am Haus gering zu halten. Ein Aufbruch der Tür hätte mehr Kosten verursacht. Die ist nämlich neu, berichtet Tim Gabel, genau wie der Rest des Hauses auch. Denn das Paar hat das Haus gerade saniert und sitzt, als das Feuer ausbricht, im Restaurant. Nachbarn rufen sie an. Gegen 22.15 Uhr trifft das Paar daheim ein, kurz darauf, um 22.40 Uhr, meldet die Feuerwehr: „Feuer aus!“ Auch wenn kein Mensch zu Schaden kommt – weder bei den Einsatzkräften noch bei den Bewohnern – ist die Notfallseelsorge vor Ort, um sich um das Paar zu kümmern. Der Schock ist groß. Um 1.15 Uhr schließlich rückt die Feuerwehr ab, mit einem Sauger hat sie Löschwasser aus dem Haus geholt.

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Das Gebäude sei zunächst unbewohnbar, so Gabel, da es oben offen sei. Zudem ist der Strom abgestellt, da die Isolierung der Kabel geschmolzen sei. Bei der Polizei hat das Kommissariat 11 des Polizeipräsidiums Westhessen die Ermittlungen übernommen: Dort geht man bisher davon aus, dass Brandstiftung eher auszuschließen ist. Zur Brandursache könne man noch nichts sagen. Die Schadenshöhe wird auf 80.000 bis 90.000 Euro geschätzt.