Frankfurter Band „Bändi“ begeistert im Kultur- und...

Bändi mit (v.l) Tobias Frisch, Thomas Salzmann und Kristina Debelius setzt den melancholischen finnische Tango in Rauenthal humorvoll in Szene.Foto: DigiAtel/Heibel  Foto: DigiAtel/Heibel

Wenn Tango mit Leichtigkeit daherkommt, dann sind die Frankfurter Musiker „Bändi“, Kristina Debelius (Gesang, Keyboard, Akkordeon), Thomas Salzmann (Drums und Percussion),...

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RAUENTHAL. Wenn Tango mit Leichtigkeit daherkommt, dann sind die Frankfurter Musiker „Bändi“, Kristina Debelius (Gesang, Keyboard, Akkordeon), Thomas Salzmann (Drums und Percussion), Tobias Frisch (Gesang, Geige), Volker Denkel (Gitarre) und André Berthold (Kontrabass) ganz in ihrem Element.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kultur- und Tagungsstätte Rauenthal hat das Tango-Ensemble das Publikum mit einem spritzigen Mix aus melancholischen Tangorhythmen gespickt mit schwungvollen Bossanova-, Rumba- und Jazzelementen am Donnerstag auf eine musikalische Reise durch die finnische Tangowelt der 1930er bis 1960er Jahre mitgenommen. Bevor es los ging, begrüßte Stefanie Börner von der KuTa Rauenthal die zahlreichen Gäste. „Wir wollten die Band deshalb schon lange zu uns einladen. Wir haben nur auf das passende Wetter gewartet“, so Börner. Die derzeit eisigen Temperaturen wie in Finnland seien perfekt für einen Ausflug in die Welt des finnischen Tangos, der ebenfalls recht melancholisch und düster daher komme.

Musik hat den Blues der Finnen

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Bereits der finnische Kultregisseur Aki Kaurismäki soll gesagt haben, der Tango sei der Blues der Finnen. Und Bändi-Musik ist die klangliche Entsprechung der Kaurismäki Filme: melancholisch-heiter, skurril und mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor. Denn in ihren Liedern tauchen all die hoffnungslosen Träumer, sehnsuchtsvollen Verliebten und all die anderen an der Liebe Leidenden auf, wie in den Filmen des Finnen. Das Repertoire der Band ist äußerst vielseitig und reicht von berühmten Tangosongs wie „Satumaa“ (Märchenland), „Täysikuu“ (Vollmond) und „Yön Kuningatar“ (Königin der Nacht) bis hin zu Tangoklassikern wie „Kohtalon Tango“ oder „Kotkan Ruusu“. Auch Lieder wie „Kuumat tuulet“ (Heiße Winde) aus dem Aki Kaurismäkis Film „Wolken ziehen vorüber“ gaben die Musiker aus Frankfurt zum Besten.

Besonders gut gefiel den Gästen die rockige Version des Tangosongs „Elsa, kohtalon lapsi“, bei der Kristina Debelius’ melancholisches Timbre und Tobias Frischs frech und humorvoll in Szene gesetzte Parodie des ernsten Finnen zusammentrafen und das Publikum zum Toben brachten. Dass Bändi durch ihre Leichtigkeit den Tango oft ein wenig zu fröhlich spielt, stört selbst waschechte Finnen nicht.

„Ich kenne die Band seit mehr als zehn Jahren und habe sie schon oft live gehört. Mir gefällt ihre Interpretation des finnischen Tangos sehr, auch wenn die Aussprache manchmal für finnische Ohren ein wenig drollig klingt“, lacht Pirjo Mentel, Vorsitzende der Bezirksgruppe Wiesbaden der Deutsch-Finnischen Gesellschaft. Bändi schaff es, den finnischen Tango authentisch und sympathisch auf die Bühne zu bringen, aber eben auf ihre ganz eigene, erfrischende Weise.