Staatsbad Bad Schwalbach hebt Saalmieten an

Festlich gedeckter Hochzeitstisch im Kurhaus der Kreisstadt Bad Schwalbach. Archivfoto: Staatsbad Bad Schwalbach  Foto:

Aktuell legt das Staatsbad und damit die Stadt bei fast der Hälfte aller Veranstaltungen in den ehrwürdigen Gebäuden des Kurorts drauf. Künftig soll sich der Zuschussbedarf...

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BAD SCHWALBACH. Aktuell legt das Staatsbad und damit die Stadt bei fast der Hälfte aller Veranstaltungen in den ehrwürdigen Gebäuden des Kurorts drauf. Künftig soll sich der Zuschussbedarf etwas verringern. Das Stadtparlament hat neue Entgelte für die Nutzung von öffentlichen Gebäuden wie Kurhaus, Alleesaal oder Weinbrunnen beschlossen. Gleichzeitig werden die Konditionen für die Vermietung der Bürgerhäuser in den Stadtteilen und der Liegenschaften des Staatsbades nun in unterschiedlichen Satzungen geregelt. Hintergrund dafür sind auch steuerliche Änderungen und der Wunsch nach Vereinfachung.

Festlich gedeckter Hochzeitstisch im Kurhaus der Kreisstadt Bad Schwalbach. Archivfoto: Staatsbad Bad Schwalbach  Foto:
Der Alleesaal ist ein gefragtes Objekt. Derzeit wird dort regelmäßig für die ZDF-Serie „Der Staatsanwalt“ gedreht. Archivfoto: wita/Martin Fromme  Foto:

Traditionell viele Sonderkonditionen für Vereine

In Lindschied und Ramschied werden die Gruppenräume im Dachgeschoss nicht mehr gewerblich vermietet. Unverändert bleiben die Gebührensätze für die Bürgerhäuser. Der große Saal kostet in allen sechs Stadtteilen 130 Euro für gewerbliche und 100 Euro für private Nutzer. Das Staatsbad hingegen hebt seine Tarife vor allem für gewerbliche und auswärtige Mieter an. Diese zahlen zehn Prozent mehr. Die Tarife für Privatleute aus Bad Schwalbach sowie die für Vereine stehen künftig in Bezug zu diesem gewerblichen Höchstsatz. So zahlen Vereine 40 Prozent davon. Die Stadt selbst und ihre Gremien sowie die Landesgartenschau GmbH zahlen 50 Prozent. Für Kreistagssitzungen werden dem Rheingau-Taunus-Kreis künftig pauschal 1000 Euro in Rechnung gestellt.

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Roswitha Röber, die beim Staatsbad für Marketing und Tourismus zuständig ist, hätte sich gewünscht, dass die Nutzungsgebühren für Unternehmen noch sehr viel stärker angehoben worden wären. Immer wieder höre sie von Mietinteressenten, wie „exorbinant günstig“ die Tarife in Bad Schwalbach seien. Wer den Thiersch-Saal im Wiesbadener Kurhaus anmieten wolle, müsse hingegen fast das Achtfache berappen, im Jagdschloss Platte viermal so viel. „Wir haben auch einen wunderschönen Kursaal, aber Preise, die eigentlich nicht zu vertreten sind“, klagt Röber. „Was wir derzeit fürs Kurhaus bekommen, deckt maximal 50 Prozent der Kosten.“ Strom- und Heizkosten, Hausmeister, Technik, Bestuhlung und Reinigung schlagen immer zu Buche, auch wenn das Staatsbad den Saal für eine Benefizveranstaltung hergeben solle. Aus dem gleichen Grund wünscht sich Röber auch eine Abkehr der Schutzschirmkommune von den zahlreichen Sondernutzungsvereinbarungen, die über die Jahre mit bestimmten Vereinen oder Veranstaltern getroffen worden seien. Oft lege das Staatsbad die Hälfte drauf, wobei vor allem das Personal zu Buche schlage (Stühle und Tische stellen und abbauen, reinigen, Technik). Auch nach der neuen Satzung ist der Bürgermeister zu Preisnachlässen berechtigt.

Während der preisgünstigere Alleesaal gut gebucht ist, sei das Kurhaus 2016 – auch aufgrund der Baustelle – nur zu 27 Prozent ausgelastet gewesen (bezahlte Veranstaltungen), 2015 zu knapp 40 Prozent. Mehr zahlende Mieter für Tagungen oder Feiern könnte man generieren, „wenn wir wieder ein Hotel hätten“, meint Röber.

Mieter sollen künftig anstelle einer Kaution auch eine Veranstaltungsversicherung abschließen können.