Die Hospizhelferinnen sind inzwischen häufiger in...

aus ihnen leuchtet ein Licht

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Ute Knirsch (rechts) im Gespräch mit einer Heimbewohnerin.Foto: wita/Martin Fromme  Foto: wita/Martin Fromme

Scham und andere Hemmungen machen es Hospizhelferinnen hin und wieder schwer, Zugang zu Familien zu finden. In Seniorenheimen ist das einfacher. Einsatzleiterin Gerlinde Losert...

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BAD SCHWALBACH. Scham und andere Hemmungen machen es Hospizhelferinnen hin und wieder schwer, Zugang zu Familien zu finden. In Seniorenheimen ist das einfacher. Einsatzleiterin Gerlinde Losert berichtet, dass mittlerweile mehr Menschen in Einrichtungen als in Haushalten betreut würden. Wichtig sind dabei das private Seniorenpflegeheim Haus Tabor, das DRK-Kreisaltenzentrum, die Helios-Klinik in Bad Schwalbach und das Hospiz St. Ferrutius in Bleidenstadt.

Ute Knirsch ist seit 2010 im Haus Tabor präsent. Vier Menschen hat sie begleitet, zwei von ihnen bis zum Tod. Sie verbindet damit viele herzliche Erinnerungen. Etwa an einen Senioren – einen „alten Knoddelbär“ –, der beim Singen herrlich aus sich herausgehen konnte, wie sie erzählt. Kontakte stellt Knirsch meist über die im Haus Tabor tätige Sozialpädagogin Ulrike Niebergall her. Die achtet darauf, wer wenige soziale Bindungen hat und von einer Bezugsperson profitieren könnte.

„Es ist eine schöne Lebensaufgabe, dafür zu sorgen, dass das letzte Zuhause ein schönes Zuhause für einen Menschen ist“, erklärt Inga Vitola-Chmielorz, Pflegedienstleiterin des Seniorenheimes im Bad Schwalbacher Badweg. „Familiär und kompakt“ gehe es dort zu, die Hospizbegleiterinnen steuerten einiges zur Atmosphäre bei: „Wir schätzen sie sehr und sind dankbar für ihren Einsatz.“ Zuwendung, Geduld und die Gabe zuzuhören machen die ehrenamtliche Arbeit der Hospizhelferinnen wertvoll. Vor allem bringen sie Zeit mit, die das insgesamt 40-köpfige Personal in einem Haus mit ebenfalls 40 Bewohnern in diesem Umfang im Alltag nicht besitzt. Dabei zeigt sich, dass in einem Seniorenheim die Begleitung nicht erst in der letzten Lebensphase einsetzen muss.

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Eine große Rolle spielt der Kampf gegen Vereinsamung. Oft hätten Senioren keine Familie mehr, erzählt Erika Atzbach, die wie Ute Knirsch schon Bewohner im Haus Tabor begleitet hat, auch solche mit einer Demenzerkrankung. „Manchmal ist es einfach gut, dass man da ist“, betont sie. Bei anderen entwickeln sich Gespräche. So wie bei einem Mann mit einer geistigen Behinderung, der in einem Heim aufwuchs und der über den Tod genauso reden konnte wie über seine Vorliebe für Fisch.

„Ich bin hier gut aufgehoben, denn es wird viel geboten“

„Man baut ein Verhältnis über Jahre auf, bis es zu Ende geht“, sagt Knirsch. Das empfinden sie und die Mitarbeiter im Haus Tabor als „ein sehr großes Geschenk“. Rund zehn Jahre lang engagiert sich Knirsch bereits als Hospizhelferin. Die 70-Jährige bringt berufliche Erfahrungen mit: Nach einer Ausbildung zur Medizinisch-technischen Assistentin war sie 13 Jahre lang selbst als Altenpflegerin tätig, ganz wohnortnah im DRK-Zentrum in Bad Schwalbach.

Aktuell kümmert sich Knirsch um Monika Kreidler, die nach einem Sturz in ihrer Wohnung über einen Aufenthalt im Krankenhaus ins Haus Tabor eingezogen ist. „Ich war gar nicht mehr in meiner Wohnung“, schildert Kreidler. Die 76-Jährige beteuert: „Ich bin hier sehr gut aufgehoben, denn es wird sehr viel geboten.“