Main-Taunus: Kalte Duschen wegen Energiekrise

In den Duschen der Sporthallen im Main-Taunus-Kreis bleibt das Wasser künftig kalt. Foto: Main-Taunus-Kreis

In der Kreissporthalle und den Schulturnhallen im Main-Taunus-Kreis kann ab Ferienbeginn nur noch kalt geduscht werden. Damit will der Kreis Gas einsparen.

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MAIN-TAUNUS. (red/magr). Die Bürger des Main-Taunus-Kreises spüren die Auswirkungen der Energiekrise nun nicht nur im Portemonnaie, sondern künftig auch unter der Dusche beim Sport. Wie Landrat Michael Cyriax (CDU) mitteilt, kann von Ferienbeginn an bis auf Weiteres in den Schulturnhallen und der Kreissporthalle nur noch kalt geduscht werden. Gleichzeitig sei der Kreis auf der Suche nach Angeboten von Gasversorgern ab dem kommenden Jahr. „Der Gasmarkt steht Kopf, die Lage ist dramatisch“, fasst Cyriax zusammen. „Wir müssen handeln – jeder Einzelne in seinem Energiesparverhalten und auch wir als Kreis insgesamt.“

Schulturnhallen werden auch von Sportvereinen genutzt. Daher sei die jetzige Duschregelung vorab mit dem Sportkreis besprochen worden. Die Kommunen würden aktuell vom Kreis über die Lage informiert. Der Kreis stelle den Vereinen weiterhin die Schulturnhallen mietfrei zur Verfügung: „Die Vereine und ihr ehrenamtliches Engagement sind uns wichtig, wir wollen sie weiter fördern.“ Die aktuelle Lage zwinge aber alle zum Sparen, und auf warme Duschen zu verzichten sei zwar „ein unangenehmer, aber ein notwendiger Schritt“. Er bitte die Vereine dafür um Verständnis. Warmwasser sei in Sporthallen besonders energieintensiv. Alle drei Tage müssten die Warmwasserleitungen mit heißem Wasser gereinigt werden, um gegen Legionellen vorzusorgen. In öffentlichen Duschen werde um ein Vielfaches mehr Gas verbraucht als in Privathaushalten.

Die Liegenschaften des Kreises verbrauchen jährlich insgesamt rund 45 Millionen Kilowattstunden. Bisher hatte der Kreis gemeinsam mit seinen Kommunen Lieferverträge als Gesamtpaket geschlossen. Diese Verträge laufen nun Ende 2022 aus. Der Kreis werde aber bei der Auftragsvergabe weiter mit den Kommunen zusammenarbeiten und sie in der schwierigen Lage unterstützen, so der Landrat.

Auch der Magistrat in Hochheim bereitet derzeit Maßnahmen vor, um vor allem im Winter Gas einzusparen. So soll die Temperatur im Rathaus auf das gesetzliche Mindestmaß abgesenkt werden und die Verwaltung zwischen den Jahren geschlossen bleiben. Außerdem will Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) die Temperatur in Sporthallen in den Ferien absenken.