Untersuchungen am Hofheimer Kapellenberg

Auf dem Kapellenberg ist unter anderem eine Wallanlage aus der Jungsteinzeit erhalten. © Detlef Gronenborn/RGZM

Im Dezember stehen Arbeiten an, mit denen architektonische Elemente des Grabhügels unter der Oberfläche aufgespürt werden sollen.

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HOFHEIM. Die Forschungsarbeiten am Hofheimer Kapellenberg gehen weiter. Im Dezember steht eine sogenannte geomagnetische Prospektion an, die wenige Tage dauern wird. Dazu werden Areale abgesteckt und durch das Team des Stadtwaldes Jungtriebe entfernt sowie Totholz seitlich gelagert, teilt die Stadt mit.

Auf dem Kapellenberg in Hofheim am Taunus sind Grabhügel und eine einzigartige Wallanlage aus der Jungsteinzeit erhalten. "Die geomagnetische Prospektion hat das Ziel, architektonische Elemente des Grabhügels unter der Oberfläche aufzuspüren. Das könnte etwa eine Grabkammer sein oder Gruben, aus denen die Aufschüttung entnommen wurde", erklärt Prof. Dr. Gronenborn vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum. "Wir wollen das Monument noch genauer datieren. Die entsprechenden Grabungen im Nachgang dieser Prospektion sollen im Sommer 2023 stattfinden."

Der zur Fundstelle gehörende Wall wurde in der Zeit zwischen 4300 und 3600 v. Chr. errichtet und bislang kaum durch menschliche Eingriffe zerstört oder überbaut. In einem gemeinsamen Projekt mit der Stadt Hofheim und weiteren Partnern ist 2020 ein archäologischer Rundweg auf dem Kapellenberg eingeweiht worden. Er verdeutlicht die Spuren der Besiedlung, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Ein Höhepunkt ist die 6000 Jahre alte Wallanlage aus der Zeit der Michelsberger Kultur, die noch deutlich zu erkennen ist.

An den Arbeiten sind das Römisch-Germanische Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM), und der Arbeitsbereich Vor- und Frühgeschichte des Instituts für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz in Zusammenarbeit mit der Hessen-Archäologie beteiligt, die Stadt Hofheim unterstützt das Projekt.