Gefährlicher Durchgangsverkehr

Wegen der Sperrung der B 40 in Wicker sind die Landstraße 3017 und die Ortsdurchfahrt von Massenheim zur viel befahrenen Ausweichstrecke geworden. Nicht immer bleibt es beim Pkw-Verkehr. Auch Schwerlaster nehmen verbotenerweise die Ausweichroute.Foto: Vollformat/Volker Dziemballa  Foto: Vollformat/Volker Dziemballa

Massenheim leidet erheblich unter der Sperrung der Bundesstraße 40 am Wickerer Berg. Der Umleitungsverkehr rollt durch die Wickerer Straße und die Hauptstraße, die beide...

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MASSENHEIM. Massenheim leidet erheblich unter der Sperrung der Bundesstraße 40 am Wickerer Berg. Der Umleitungsverkehr rollt durch die Wickerer Straße und die Hauptstraße, die beide ohnehin schon von Durchgangsverkehr und Schleichverkehr belastet sind. Damit in der Hauptstraße überhaupt ein einigermaßen gefahrloses Durchkommen möglich ist, hat die Stadt Hochheim jetzt für die Dauer der Sperrung am Wickerer Berg in der Hauptstraße Halteverbot angeordnet.

Besonders leiden die Anwohner unter den Lastwagen, die durch den Ort rollen. Das Problem besteht ohnehin und hat sich jetzt noch verschärft. Eigentlich dürfen nur Lkw bis 7,5 Tonnen durch Massenheim fahren, doch Ortsbeiratsmitglied Wilfried Ewald (ULM), der selbst an der Wickerer Straße wohnt, beobachtet regelmäßig, dass sich daran nicht gehalten wird. „Was hier durchrollt, ist Großlastverkehr über 14 Tonnen“, sagt Ewald. Diese schweren Lastzüge würden vor allem in den Abend- und Nachtstunden durchfahren.

Die Situation ist besonders gefährlich, weil sowohl die Wickerer Straße als auch die Hauptstraße eng sind und viele Autos und Lastwagen zum Ausweichen einfach über den Bürgersteig fahren. „Wir haben hier schon Situationen erlebt, die waren haarsträubend“, sagt Ewald. Besonders Kinder sind stark gefährdet.

Die vor nicht allzu langer Zeit installierte Blitzersäule kommt nun nicht nur gegen Raser, sondern auch gegen die „illegalen“ Lastwagen zum Einsatz. Sie kann so geschaltet werden, dass sie alle Lastwagen aufnimmt. Die Speditionen der über 7,5-Tonner werden dann angeschrieben. Können sie nicht nachweisen, dass sie „Anlieger“ sind, müssen sie ein Bußgeld von mindestens 60 Euro zahlen. Das soll sich dann herumsprechen. Aus Kostengründen werden Lkw nicht durchgehend kontrolliert, doch es gab bereits Messungen, bestätigt die Stadtverwaltung.

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Anwohner wie Wilfried Ewald fürchten, dass „sehr wahrscheinlich eine Katastrophe“ auf sie zukommt, wenn die Bauarbeiten am Wiesbadener Kreuz erst richtig in Gang kommen und zu Staus auf der Autobahn führen. Dann werde Massenheim zur Ausweichstrecke, in vielen Navis explizit genannt. Und weil etliche Lastwagenfahrer fälschlicherweise Pkw-Navis benutzten, würden auch über 7,5-Tonner durch die für sie eigentlich verbotene Ortsdurchfahrt geführt. Er habe schon erlebt, dass Fahrer von Schwerlastzügen aus Rumänien oder den Niederlanden versuchten, auf dem Feuerwehrparkplatz zu drehen, weil sie sonst im Ort stecken geblieben wären, erzählt Ewald.

Von Angelika Heyer