Beim Konzert von „Just4fun“ in Hochheim dürfen Gäste mitsingen

Chorleiter Thomas J. Scheike und sein Chor „Just4fun“ sowie die Besucher verschmelzen zu einem Gesangskollektiv. Foto: U. von Mengden

Unter dem Titel „Singen macht glücklich“ sind am Sonntag von Chor und Gästen 17 Weihnachtslieder-Evergreens und weniger oft gesungenen Kompositionen interpretiert worden.

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HOCHHEIM/MAIN. „Singen macht glücklich“ hatte der Chor „Just4Fun“ selbstbewusst sein Mitmach-Weihnachtskonzert am Sonntag in der evangelischen Kirche betitelt. Dass das so ist, ist längst wissenschaftlich belegt und gerade in Hochheim auch durch die Praxis bestätigt. Denn das gemeinsame Singen mit dem experimentierfreudigen Chor ist für viele Gelegenheitssänger zum festen Termin geworden. Dass sich allerdings Massen von Menschen ein Stück von diesem Glück abschneiden wollten, überraschte selbst die Organisatoren. „Leider haben die Liedzettel und Gesangbücher nicht ausgereicht“, sagte Sängerin Ursula Kröpsch bedauernd angesichts der gefüllten Kirche.

Dass es am vierten Advent kaum Schöneres geben könne, als gemeinsam zu singen, wie sie bei einer Ansprache betonte, sorgte für zustimmenden Applaus. Chorleiter Thomas J. Scheike begrüßte die Gäste von der ebenfalls voll besetzten Empore aus mit der Orgel, auf der er mit „Macht hoch die Tür…“ den ersten Weihnachtsklassiker begleitete. Fortan stand der Musiker aus Bad Kreuznach im Kirchenschiff zwischen seinem Chor und den erwartungsfrohen Gastsängern.

Er hatte eine Liste mit 17 Weihnachtslieder-Evergreens und weniger oft gesungenen Kompositionen zusammengetragen, die „Just4Fun“ alleine sang oder in wechselnder Besetzung gemeinsam mit dem Publikum.

Was dem Publikum abverlangt wurde, war durchaus anspruchsvoll. Gleich beim bekannten Lied „Tochter Zion“, erarbeitete Scheike im Schnelldurchgang mit dem Publikum eine vierstimmige Version, indem er kurz die Stimmen von Bass, Tenor, Alt und Sopran anstimmte. Wer sich unsicher fühlte, der folgte der Empfehlung des Dirigenten und sang die bekannte Liedstimme mit. Es wurde im Kanon gesungen oder die Strophen im Wechsel, für eine Interaktion zwischen den geübten Sängern und den Spontan-Vokalisten war stets gesorgt. Nach den Stücken gab es Applaus jeweils von beiden Seiten.

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Wie weit es gehen kann, wenn der Antrieb ausschließlich aus der Freude am Tun kommt, was die Namensgebung von „Just4fun“ nahelegt, bewiesen die Sänger mit dem fulminant gesungenen lateinischen Lied „Gaudete“ oder im Wechselgesang mit den französischen Textstrophen zu „Gloria in Exelsis Deo“.

Kreatives Miteinander in der Kirche

Viele junge Familien mit Babys und Kleinkindern waren gekommen. Auch der Nachwuchs fühlte sich sichtlich wohl bei diesem kollektiven Gesang und begann auch irgendwann einmal seine eigenen Versionen mitzusingen. Es herrschte ein kreatives und impulsives Miteinander, bei dem schon bald die Glückshormone das Kirchenschiff überschwemmten.

Und nicht erst das Schlusslied „O du Fröhliche“ hinterließ durchweg glückselige und zufriedene Menschen, die die Idee des Chors und letztlich sich selbst feierten.