"Love scamming": Frau überweist 10.000 Euro an Liebhaber

Oft beginnt es mit einem vermeintlich harmlosen Chat.  Foto: stock.adobe

Eine Frau aus dem Landkreis Gießen hat einem Mann, den sie im Internet kennengelernt hat, mehrere Tausend Euro überwiesen. Die Polizei warnt vor dieser Art von Liebesbetrug.

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KREIS GIESSEN. Eine Frau aus dem Landkreis Gießen hat durch die Betrugsmasche „Love scamming“ 10.000 Euro verloren. Dies hat die Polizei am Montag mitgeteilt.

„Love scamming“ oder „Romance scamming“ ist wie eine Art Liebesbetrug in der digitalen Welt. Dem Opfer wird durch regen Nachrichtenverkehr (Kontaktbörsen, Messengerdienste, E-Mail) das Entstehen oder Vorhandensein einer Liebesbeziehung vorgetäuscht. Das Opfer gerät in eine emotionale Abhängigkeit zum Betrüger, obwohl es nie zum direkten Kontakt kam. Versprechen werden oftmals nicht eingehalten. Aufgrund der emotionalen Abhängigkeit verfällt das Opfer dem Täter und macht alles, um seine Gunst nicht zu verlieren. So überweist der Betrogene über einen längeren Zeitraum mehrere Geldbeträge.

US-Soldat auf Internetportal kennengelernt

Diese Erfahrung machte auch eine über 50-jährige Frau aus dem Landkreis Gießen. Sie lernte über ein Internetportal einen vermeintlich stationierten US-Soldaten kennen, der sich als alleinerziehend ausgab. Sein Konto sei gesperrt und er könne die Kinderbetreuung nicht bezahlen. Das Opfer hatte so viel Vertrauen zu dem Mann, dass sie mehrfach Geld überwies.

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Nachdem sie ihm 10.000 Euro auf mehreren Konten anvertraut hatte, kam eine erneute Geldforderung von 9000 Dollar. Angeblich müsse sich seine Kinderbetreuung vor der Steuerbehörde wegen des rückblickenden Geldtransfers äußern. Das Opfer wurde misstrauisch, vermutete, betrogen worden zu sein und erstattete bei der Polizei Anzeige.

Betrüger sollten blockiert werden

Die Polizei appelliert, sich im Zweifelsfall oder nach einem Betrug zu melden. Wer betrogen wurde, sollte den Kontakt abbrechen und den Betrüger blockieren. Wer bereits auf Forderungen eingegangen sind, sollte konsequent weitere Versuche der Kontaktaufnahme ignorieren. Die Betroffenen sollten den gesamten Schriftverkehr mit den Betrügern und sämtliche Überweisungsbelege aufheben und schließlich bei der Polizei Strafanzeige erstatten. Weitere Informationen gibt es auch unter www.polizei-beratung.de.

Von red