„Zwei wie Bonnie und Clyde“ der Wiesbadener Schule für Schauspiel

Bühnenszene aus der Produktion „Zwei wie Bonnie und Clyde“. Foto: Clara Gabriel

Die clowneske Komödie um die Möchtegern-Ganoven Manni und Chantal garantiert einen unterhaltsamen Theaterabend. Die Regie führte Klaus-Dieter Köhler.

Anzeige

WIESBADEN. „Zwei wie Bonnie und Clyde“ von Tom Müller und Sabine Misierny ist das, was man Spielfutter für Schauspieler nennt. Die Anzahl der Kleintheater, die Werke von auf Boulevard spezialisierten Autoren aufführen, ist beeindruckend. In der Studiobühne der „Wiesbadener Schule für Schauspiel“ kommt als Koproduktion mit dem „Kartenhaus Ensemble“ die Inszenierung von Klaus-Dieter Köhler zur Aufführung. Bekanntlich ist der Sohn des Ex-Generalmusikdirektors Siegfried Köhler ein Spezialist in Sachen Humorigkeit. Wobei überzeugende Witzigkeit immer ein Haufen voll Arbeit ist, wie man in derzeit in den „Kammerspielen Wiesbaden“ erleben kann. Dort läuft Köhlers Inszenierung von „Tour de Farce“, in der zwei Darsteller laufend in neue Figuren, sprich Kostüme schlüpfen. Während dieses Stück klassischer Boulevard ist, ist die Komik bei „Bonnie und Clyde“ eindeutig clownesk. Manni und Chantal, die Möchtegerne-Ganoven aus und in der Provinz, träumen vom großen Geld. Dafür muss man eine Bank ausrauben, klaro. Das klappt sogar, denn das Pärchen landet nach vollbrachter Tat unentdeckt in einem Schuhlager. Wo genau, wissen sie zwar nicht, denn Komplizin Chantal hat auf dem Falk-Faltplan die Übersicht verloren, und das Smartphone (Ortung!) wurde vorsorglich im Rhein versenkt. Beim Blick in die Beutetüte wird klar: Etwas hat nicht geklappt. Zu dem Zeitpunkt hat das Publikum allerdings schon Hinweise erhalten, woran der ausgebuffte Plan der sich „Bonnie und Clyde“ nennenden Hobbyverbrecher gescheitert sein könnte. Der magische Satz lautet: „Ich bin doch nicht blöd!“

Mit Eleni Tsaousidou (Clyde) und Nora Kühnlein (Bonnie) sind zwei wunderbare Komikerinnen am Werk, die sich zusammen mit ihrem Regisseur und wenig Bühnenhilfsmitteln in immer bizarrere Situationen bringen. Tsaou sidou macht in Weste, Streifenhose und Herrenhut auf „verdammt cool“, ganz notorischer Miesepeter. Kühnlein ist im bunten Hängerchen von infantilem Liebreiz. Als Gutelaunebär tanzt sie, kocht Kaffee und träumt von einem Leben in „Los Vegas“. Der Stückschluss ist zwangsläufig witzig. Das Ganze ist für Fans von Stan & Olli, den Marx-Brothers oder Ken Campbells Irrenhaus-Dramoletten ein garantiertes Lachvergnügen.