Melancholisch, aber nicht spannend

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Werner Wolf war nicht gut auf Jurij zu sprechen und macht daraus vor Kommissar Köhler keinen Hehl. Polizeiruf 110, Mörderische Dorfgemeinschaft MDR/filmpool fiction / Stefan Erhardt

Jurij Rehberg ist verschwunden. Sein Auto wurde in einem Wald bei Magdeburg gefunden. Im Kofferraum befindet sich so viel Blut, dass schnell klar ist: Wer auch immer diese Menge...

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. Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Dirk Köhler (Matthias Matschke) ermitteln. Ein DNA-Abgleich bringt die Erkenntnis: Das Blut gehört zu Rehberg. Aber eine Leiche gibt es nicht. Brasch und Köhler ermitteln in dem nahegelegenen Dorf. Und schnell wird klar: Die Bewohner wissen mehr, als sie zugeben wollen. „Keine Leiche, kein Mord. Kein Mord, kein Mörder“, sagt einer der Verdächtigen im Verhör. Darauf ruhen sich die Dorfbewohner aus.

Der neue "Polizeiruf 110: Mörderische Dorfgemeinschaft" aus Magdeburg beendet die sonntägliche Krimi-Sommerpause wenig spektakulär. Stattdessen geht es ruhig, düster, nachdenklich und melancholisch zu. Die Figuren sind mit Tiefgang geschrieben, fast jede ihrer Entscheidungen ist in einen bleiernen Mantel der Schwere gehüllt. Und doch ergeben sie Sinn. Fast alle hätten ein Motiv gehabt, fast alle wären nicht traurig über Rehbergs Tod, aber keiner will etwas gesehen haben oder wissen. Das Bild aus Tätern, Mitwissern, Helfern, Verrätern verwischt, es gibt keine klare Linien. Und so ist der Magdeburger Polizeiruf durchaus unterhaltsam; spannend ist er jedoch nicht. (Kirsten Ohlwein)

Das Erste zeigt den "Polizeiruf 110: Mörderische Dorfgemeinschaft" am Sonntag, 11. August, um 20.15 Uhr.