Sängervereinigung - Vorsitzender sieht auch nach 150 Jahren...

Der Chor der Weilbacher Sängervereinigung eröffnet unter Leitung des Dirigenten Frank Linnerth das Chorprogramm bei der 150-Jahr-Feier Foto: Lilly Nielitz-Hart  Foto: Lilly Nielitz-Hart

Chorgesang am Samstag, Rock am Abend zuvor – die Sängervereinigung Weilbach zog zum Jubiläumswochenende alle musikalischen Register. Den Auftakt machte eine lange,...

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WEILBACH. Chorgesang am Samstag, Rock am Abend zuvor – die Sängervereinigung Weilbach zog zum Jubiläumswochenende alle musikalischen Register. Den Auftakt machte eine lange, vergnügte Partynacht in der Weilbachhalle. „Wir wollten den Weilbachern signalisieren, dass wir nicht altbacken sind und mit der Jugend ein Feierwochenende veranstalten“, sagte der Erste Vorsitzende des Vereins Karl-Heinz Groß. Die jüngeren Weilbacher trudelten erst zu späterer Stunde ein. Die neunköpfige Band namens „Wanda“ bot Tanzbares für viele Altersgruppen von deutschsprachigen Hits und Schlagern bis hin zu Dauerbrennern aus den Charts. Es wurde in Paaren getanzt, aber auch alleine abgerockt und die gute Stimmung entlud sich sogar in einer Polonaise.

Erfreut über stetigen Mitgliederzuwachs

„Wo andere Chöre Probleme haben, haben wir Erfolg und haben einen stetigen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen“ sagte Groß. In den vergangenen Jahren habe man die Anzahl der aktiven Mitglieder von 22 auf 44 erhöht. „Die Leute kommen, um erst mal zuzuhören und bleiben dann.“ So auch Barbara Steiner, die zweite Vorsitzende, die heute sogar als Vizedirigentin das A-cappella-Repertoire betreut. „Ich springe ein, wenn der Chorleiter Frank Linnerth verhindert ist“, sagt sie. Dabei waren die Männer zuerst strikt dagegen, mit Frauen im selben Chor zu singen, geschweige denn, sich von ihnen dirigieren zu lassen, sagt Groß. Im Jahr 2007 wurde der 1988 gegründete Frauenchor mit dem Männerchor zu einem gemischten Chor zusammengelegt. Dabei wollte man den Männerchor nicht ganz eliminieren, sondern ihm lediglich neues Leben einhauchen, um mit der Zeit zu gehen.

Heute gäbe es Männer, die in beiden Chören mitsingen und durch die Frauen sei mehr Humor hinzugekommen, sagt Groß. Nicht zuletzt habe man das Repertoire modernisiert und inzwischen das richtige Gleichgewicht zwischen traditionellen Volksliedern und internationalen Songs, sogar in englischer oder spanischer Sprache, gefunden. Seit 2016 ist Frank Linnerth der Chorleiter und kürzlich konnte man einen großen Erfolg mit einem Abba-Medley verbuchen.

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Einmal pro Woche wird in der evangelischen Kirche geprobt und man arbeite ständig daran, den Verein zu vergrößern. Das Jubiläumsfest zu 150 Jahren Chorgesang in Weilbach sieht Groß als Gelegenheit, die „tolle Gemeinschaft“ der Vereine zu zeigen und Neulinge für den Chor zu gewinnen. Die Jubiläumsveranstaltung hätte man nicht organisieren können, wenn das Team nicht so gut zusammengearbeitet hätte, betont Groß. Auch die anderen Weilbacher Vereine hätten zusammengehalten und mitgeholfen, die Bühne in der Weilbachhalle aufzubauen und den Turnhallenboden auszukleiden. „Da draußen sind noch Hunderte von Weilbachern, die singen möchten und können“, sagte Groß. Die müsse man noch davon überzeugen, dass Singen Glückshormone freisetze. Auch wenn man sich manchmal zwingen müsse, abends noch zur Chorprobe zu gehen: sobald man dort sei, verfliege die Müdigkeit und man lasse alle Sorgen hinter sich.

Von Lily Nielitz-Hart