Hockey: Wiesbadener THC feiert bei der hessischen...

Angespannte Gesichter: Trainer Jeroen Wijnmalen schwört sein Team – die Knaben B – auf das Spiel ein.Foto: WTHC  Foto: WTHC

Der Wiesbadener THC war mit drei Mannschaften nah dran. Ganz nah. Doch im Penaltyschießen wollte es einfach nicht klappen. Bei der hessischen Meisterschaftsendrunde verloren...

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WIESBADEN. Der Wiesbadener THC war mit drei Mannschaften nah dran. Ganz nah. Doch im Penaltyschießen wollte es einfach nicht klappen. Bei der hessischen Meisterschaftsendrunde verloren am Wochenende gleich drei Teams der Hockeyabteilung in der knappsten aller Entscheidungen. Sowohl die Knaben B als auch die weibliche Jugend B unterlagen im Halbfinale und sicherten sich im Anschluss Platz drei. Die Mädchen B wurden gar erst im Finale vom SC Frankfurt 1880 gestoppt und wurden hessischer Vizemeister.

Trainer und Team arbeiten mehrere Jahre zusammen

Doch trotz dieser unglücklichen Niederlagen dürfte die Enttäuschung beim WTHC nicht lange anhalten. Denn: „Dass vier Jugendteams bei der hessischen Meisterschaftsendrunde dabei sind, gab es noch nie“, sagt Abteilungsleiter Stefan Mayer-Schierning. Am kommenden Samstag (16 Uhr) greifen dann noch die die Mädchen A im heimischen Nerotal nach der Hessenmeisterschaft – der Gegner heißt ebenfalls SC Frankfurt 1880.

Diese erfolgreiche Entwicklung ist kein Zufall. „Die Gründe liegen ein paar Jahre zurück“, sagt Mayer-Schierning. „Mit Jeroen Wijnmalen haben wir einen hauptamtlichen Sportlichen Leiter installiert. Seitdem begleiten die Übungsleiter ihre Teams deutlich länger.“ Soll heißen, dass die jeweilige Mannschaft mehrere Jahre über die verschiedenen Altersklassen hinweg betreut werden. „Dadurch wird ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Mannschaft und Trainer aufgebaut“, erklärt Wijnmalen, der auch als Trainer tätig ist. Und die Mannschaft müsse sich nicht jedes Jahr auf einen neuen Trainingsstil einstellen.

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Der Vorteil: Die Spieler könnten sich besser auf die technische und spielerische Entwicklung konzentrieren. „Es gibt auch Vereine, die Trainer immer einen bestimmten Bereich coachen lassen. Auch das kann großen Erfolg haben“, sagt Wijnmalen. „Allerdings funktioniert für uns die langfristige Betreuung am besten.“

Deshalb greift dieses Konzept mittlerweile auch bei der männlichen Jugend – für die Wijnmalen seit einem Jahr persönlich zuständig ist. Dazu verstärkte der WTHC sein Trainerteam im April mit Kai Stieglitz vom TSV Schott Mainz, der ebenfalls hauptamtlich im Nachwuchsbereich arbeitet. „Gerade im Jugendbereich hat er große Erfahrungen“, sagt der Sportliche Leiter.

Und diese gute Ausbildung der Jugendlichen soll langfristig auch den Damen- und Herrenmannschaften zugutekommen. Voraussetzung ist natürlich, dass es der WTHC schafft, den Nachwuchs im Verein zu halten. „Dann erhalten die Teams mittel- bis langfristig einen enormen Qualitätszuwachs“, ist Wijnmalen überzeugt. Diese gewonnene Qualität führe wiederum dazu, dass die Anziehungskraft des WTHC wachse – und der Verein überregional starke Spieler anlocken könne. „Es ist ein Kreislauf. Unsere starken Jugendmannschaften bilden hierfür den Anfang.“

Doch auch der Breitensport spielt nach wie vor eine große Rolle. „Darauf legen wir extrem viel Wert“, betont Mayer-Schierning. In allen Jahrgängen seien mehrere Mannschaften gemeldet. Denn ohne Breite gebe es keine Spitze. Zumal sich alle Kinder in ihrem eigenen Tempo entwickeln würden, erklärt Wijnmalen. „Natürlich kann man bei einigen Kindern schon sehr früh großes Talent sehen.“ Bei anderen dauere die Entwicklung einfach länger. „Das alles führt dazu, dass wir den Breitensport in jedem Fall fortführen müssen und auch wollen.“

Allerdings sei das Werben um den Nachwuchs ein steter Kampf. Vor allem Rosi Blöcher mache sehr viel Arbeit in diesem Bereich. Ist seit Jahren beispielsweise in Schulen unterwegs – und wirbt umtriebig für den Hockeysport. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagt Mayer-Schierning. Ein Motto, das seit einigen Jahren auch für die Jugendabteilung des WTHC gilt. Und bei der hessischen Meisterschaftsendrunde – trotz des Pechs im Penaltyschießen – für einen Vereinsrekord an teilnehmenden Teams sorgte.