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VC WIESBADEN 

Schreckensnachricht für VC Wiesbaden - nur sieben Spiele in Heimspielstätte

09.07.2010 - WIESBADEN

Von Ulrich Schwaab

Die Deutsche Volleyball-Liga (DVL) hat dem Deutschen Vizemeister VC Wiesbaden die dunkelgelbe Karte gezeigt: Der VCW darf in der kommenden Saison nunmehr sieben Pflichtspiele in der Halle am Zweiten Ring austragen. Für alle weiteren Spiele muss sich der VCW eine neue Heimstätte suchen. Zudem hat die DVL ab der Saison 2011/12 jegliche Ausnahme für die Spielhalle ausgeschlossen.

VCW-Manager Achim Exner nannte die Entscheidung „willkürlich. Was die DVL verlangt, ist unmöglich zu erfüllen.“ Der VC Wiesbaden kündigte an, gegen den DVL-Beschluss Widerspruch einzulegen.

International kein Problem

Damit hat die DVL ihre Drohung umgesetzt und das Fehlen der Rechtssicherheit über den Bau der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit als Anlass genommen, dem VCW die angestammte Heimspielstätte zu nehmen. Von den drei Komponenten Schaffung des Baurechts, Verabschiedung der Finanzierung und dem tatsächlichen Baubeginn sieht die DVL in einem Schreiben an den VCW „mindestens die Bedingung der Finanzierung“ als nicht erfüllt an. Bis Ende Juni hätte der VCW dies nachweisen müssen. Im Zuge der Gleichbehandlung aller Vereine aber auch in Anerkennung der Bemühungen des VCW erhalte der Vizemeister daher letztmalig eine Ausnahmegenehmigung für den Zweiten Ring – allerdings nur für sieben Pflichtspiele.

Exner, der umgehend Kontakt zu Oberbürgermeister Helmut Müller suchte, glaubt daran, dass ein Widerspruch Erfolg haben kann. „Die Mittel für die Finanzierung sind ja im städtischen Haushalt veranschlagt. Das Problem wird auflösbar, wenn die Stadtverordnetenversammlung in diesem Monat dem Bau der Halle am Platz der Deutschen Einheit zustimmt“, sagt Exner.

Gleichwohl hat der VCW bereits für fünf Pflichtspiele die Rhein-Main-Hallen als Spielstätte reserviert. Weil der Bundesligist aber neben 14 Heimspielen in der Bundesliga, mögliche Playoff-Auftritte in heimischer Halle und Pokal-Partien absolvieren wird, muss der VCW für sechs bis acht Begegnungen eine Halle finden. Dies gilt wohlgemerkt nur für die nationalen Belange. International nimmt keiner Anstoß an der Halle am Zweiten Ring. Der europäische Volleyball-Verband CEV erlaubt internationale Partien am Zweiten Ring.

Exner zeigte sich obendrein verwundert über den Bescheid, weil auch die Bundesligisten Aachen und Hamburg in Hallen spielen, die in den Augen der DVL nicht den Anforderungen entsprechen. Bis zum 31. Juli hat der VC Wiesbaden laut DVL jetzt Zeit, den Vorstandsbeschluss umzusetzen. Geschieht das nicht, könnte die DVL dem Deutschen Vizemeister Punkte abziehen oder die Lizenz möglicherweise verweigern. Egal, was das Ende der leidigen Hallendebatte bringen wird, in Wiesbaden wird es aus Sicht des Volleyballs Zeit, Fakten zu schaffen.

Steffi Lehmann, Jana Schumann und Anke Borowikow vom VC Wiesbaden beim Schautraining in der Halle am 2. Ring. Archivfoto: rscp

Steffi Lehmann, Jana Schumann und Anke Borowikow vom VC Wiesbaden beim Schautraining in der Halle am 2. Ring. Archivfoto: rscpVergrößern

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