Ex-Wehener Öztürk statt in der Türkei Augenzeuge bei SVWW-Derby
09.08.2010 - WIESBADEN
Von Ulrich Schwaab
Eigentlich müsste Aykut Öztürk in der Türkei sein. Der Fußball-Profi weilt aber bei seinen Eltern in Mittelhessen und war am Samstag Augenzeuge der 1:2-Niederlage seines Ex-Vereins SV Wehen Wiesbaden im Drittliga-Derby gegen die Offenbacher Kickers. Öztürk hatte den Vertrag beim SVWW während der Vorbereitung aufgelöst, um in der ersten türkischen Liga bei Aufsteiger Konyaspor anzuheuern. Was als Sprungbrett gedacht war, entpuppt sich jetzt eher als Karrierebremse. „Es hat etwas mit Geld zu tun“, sagt der 22 Jahre alte Fußball-Profi.
Rückkehr steht nicht zur Debatte
Anstatt in der Saisonvorbereitung zu schwitzen, sondiert Öztürk mit seinem Berater den Markt und hofft, „bis Ende der Woche“ einen Verein zu finden, bei dem er seine Karriere fortsetzen kann. Dies wird wohl in Deutschland der Fall sein. Bei Konyaspor seien Zusagen nicht eingehalten worden, beteuert der Stürmer. Für dessen Vertragsauflösung darf sich der SVWW auf eine sechsstellige Summer freuen. Die soll Konyaspor in zwei Raten an den Fußball-Drittligisten überweisen. Die erste Tranche wird im Laufe dieses Monats fällig. SVWW-Geschäftsführer Wolfgang Gräf zeigt sich zwar überrascht von der Wendung, die der Öztürk-Transfer nimmt. In Sachen Transfererlös bleibt Gräf aber gelassen. „Wir haben einen Vertrag geschlossen. Sollte es zu Problemen kommen, geben wir die Sache über den DFB an die Fifa.“
Eine Rückkehr Öztürks zum SVWW steht indes nicht zur Debatte. „Wir haben anders geplant“, sagt Gräf. Dabei wäre der technisch versierte Öztürk ablösefrei zu bekommen, was sich dann wohl andere deutsche Zweit- oder Drittligisten zunutze machen werden.
Der SVWW sucht seinerseits nach einem Abnehmer für Suat Türker, der sich derzeit in der Regionalliga-Elf beweisen muss. Worüber der Stürmer seine Verwunderung zum Ausdruck brachte. „Suat muss der Realität ins Auge blicken“, sagt Gräf. Die sieht so aus, dass der 34 Jahre alte Angreifer gehen darf, wenn ein passendes Angebot vorliegt. Zwei Anfragen für den erfahrenen Profi liegen dessen Berater auch vor.

