SV Wehen Wiesbaden kassiert zum Einstand von Trainer Vollmann eine Heimniederlage
18.02.2012 - WIESBADEN
Von Peter Schneider
Ist das der Tiefpunkt? Fühlt er sich so an? 0:4. Halbzeitstand 0:3. Mit der neben dem 1:5 in Unterhaching höchsten Saisonniederlage endete das erste Spiel des SV Wehen Wiesbaden nach dem Trainerwechsel. Der SV Sandhausen setzte sich nach drei Treffern von Torjäger Frank Löning (7., 45., 54.) und einem von Marcel Busch (36.) souverän durch, stürmte damit an die Tabellenspitze der Dritten Liga. Es war ein ernüchternder Tag für den SVWW: Deutliche Niederlage, nur 2.353 Zuschauer und am Ende eine Stimmung in der Brita-Arena wie auf dem Zentralfriedhof von Chicago.
„Es ist eine harte Zeit, da müssen wir durch“, sagte Abwehrspieler Quido Lanzaat. Peter Vollmann, der neue Trainer, konstatierte nach der vierten Heimniederlage: „Die Mängelliste ist groß. Wir müssen sie in Ruhe und mit den nötigen Nerven abarbeiten.“ Viel Zeit bleibt nicht: Schon am Dienstag wartet das nächste Heimspiel, dann gastiert Arminia Bielefeld in der Brita-Arena (19 Uhr).
"Nicht körperbetont gespielt"
„Im Grunde müssen wir nur die Gegentore analysieren, das reicht“, sagte Vollmann, „da sieht man die Schwächen im Defensivbereich.“ Zum Beispiel beim 0:1. Nach Fehler von Pascal Bieler kam der Ball zu Löning, der aus 18 Metern abzog. Volltreffer. „Sowas müssen wir blocken“, kritisierte Vollmann, dem zudem aufgefallen ist, „dass wir bei Standards generell geschwommen haben, weil wir nicht körperbetont gespielt haben“. Und in Sachen Körpergröße klar unterlegen waren. Wie beim 0:3, als der lange Marco Pischorn nach Ecke nicht am Kopfball zu hindern war, der Abpraller wieder bei Löning an der Strafraumgrenze landete – und der verwandelte.
Aus gleicher Distanz hatte Busch einen vom starken David Ulm aufegelegten Ball zum 0:2 ins Tor gehauen. „Drei Schüsse, drei Tore“, ärgerte sich Lanzaat. Und Gäste-Mittelfeldspieler Jan Fießer, der bis zum Sommer noch beim SVWW kickte, stellte fest: „Dass der erste Schuss ein Treffer gewesen ist, hat uns natürlich in die Karten gespielt. Und nach dem 0:2 ging bei den Wiesbadenern nichts mehr.“
Zu Beginn guter Spielverlauf für SVWW
Es klingt unglaublich, aber: Der SVWW spielte bis zum zweiten Gegentor tatsächlich nicht schlecht. Mit der Betonung auf „spielen“. Der Ball lief gut, auf engstem Raum – und die Mannschaft produzierte Chancen. „Das waren drei, vier gute Situationen, die wir mit Glück und Geschick überstanden haben“, blickte Gäste-Trainer Gerd Dais zurück. Zlatko Janjic war es, der zunächst eine Ecke von Marco Christ nur knapp verpasste (22.), dann mit einem Direktschuss nach Flanke von Sven Schimmel aus 15 Metern am klasse parierenden SVS-Keeper Daniel Ischdonat scheiterte (25.). Eine Minute später war Ischdonat wieder zur Stelle, als Steffen Wohlfarth eine Ecke mit dem Kopf ins Eck drückte. Und nach Janjic-Hereingabe kamen in der Mitte sowohl Wohlfarth als auch Milan Ivana einen Schritt zu spät (34.).
„Immer wenn wir dran waren, wenn wir gut mitgespielt haben, dann hat Sandhausen uns kalt erwischt“, sagte Vollmann: „Die sind vor dem Tor brutal gut. Wir müssen die Stärke akzeptieren.“ Und sich den eigenen Problemen widmen.

