In jedem Spiel lernen
29.12.2011 - WIESBADEN
FOOTBALL Sven Gloss und die Bundesliga-Premiere
Die Führungskraft an der Seitenlinie: Sven Gloss startete mit den Footballern der Wiesbaden Phantoms ins Abenteuer Bundesliga. Nach dem freiwilligen Rückzug von Aufstiegstrainer Michael Treber übernahm er den Cheftrainer-Posten. Zu jedem Training reist der Familienvater - Tochter Nele wurde im September geboren - aus Speyer an. Hat sich gelohnt: Die Phantoms landeten auf Platz fünf der German Football League (GFL).
Herr Gloss, die erste Bundesliga-Saison liegt hinter den Phantoms - kochen die anderen Erstliga-Teams auch nur mit Wasser?
(lacht) Manche mit etwas heißerem Wasser. Keine Frage: Wir haben super Spiele gezeigt. Es gab aber auch Spiele, über die spricht man nicht mehr gerne. Insgesamt haben wir gesehen, dass wir mithalten können. Und jetzt lautet die Aufgabe, sich in der GFL zu etablieren. Wir wollen am Ende einen Platz besser liegen. Also Platz vier in der Südgruppe - und das bedeutet Playoffs. Die Jungs arbeiten jetzt schon dafür.
Starken Leistungen wie beim 20:17 gegen München standen Enttäuschungen wie das 15:49 in Düsseldorf gegenüber - aus welchen Spielen lernt eine Mannschaft mehr?
Wir lernen aus jedem Spiel. Wir haben viele Fehler gemacht. Aber: Wir haben nicht viele Fehler zweimal gemacht. Deshalb war auch klar zu sehen, dass wir gegen Ende der Saison besser geworden sind.
Was war für Sie der herausragende sportliche Moment 2011?
Schwer, denn es gab viele. Aber: Der erste GFL-Sieg, der für die Geschichtsbücher, dieser Sieg in Plattling war schon was Besonderes. Schöner wäre es natürlich gewesen, wir hätten diesen Moment im Heimspiel vor unseren Fans erleben können. Aber dieser Sieg wird immer in Erinnerung bleiben.
Wann haben Sie am lautesten geflucht?
Die Niederlage in Düsseldorf wäre geeignet gewesen. Aber damals blieb mir vor Schreck die Spucke weg, da konnte ich nicht fluchen. Geärgert habe ich mich nach dem 17:17 am ersten Spieltag in Stuttgart. Da hätten wir den Sack zumachen können, haben es aber vermasselt, weil wir zu unerfahren waren.
Was ist Ihr größter Wunsch für 2012?
Dass meine Jungs und die Trainer alle gesund bleiben. Natürlich, dass wir eine gute Saison spielen. Aber Gesundheit ist das Wichtigste.
Das Gespräch führte Peter Schneider.

