Sorgen nur ums Wetter: Eintracht Frankfurt Trainer Skibbe warnt vor Wind
13.11.2010 - FRANKFURT
Von Peppi Schmitt
Mit viel Selbstvertrauen im Gepäck ist Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt am Freitag zum Bundesligaspiel bei Werder Bremen geflogen. Im Grunde fürchten die Frankfurter nur das Wetter an der Küste. „Hoffentlich wird es nicht so windig“, sagte Trainer Michael Skibbe nach dem Abschlusstraining, „wenn es regnet, ist es mir egal, aber Wind können wir nicht gebrauchen.“ Hintergrund des Wetterwunsches: Starker Wind könnte das Flachpassspiel der Eintracht, aktuell eine ihre größten Stärken, beeinträchtigen. „Wenn neben Werder auch das Wetter stürmisch ist, wird es zumindest schwieriger“, sagt Skibbe.
Seit Wochen nicht verloren
Andere Probleme kennen die Frankfurter in diesen erfolgreichen Wochen nicht. „Wir haben einen Lauf“, sagt Abwehrspieler Marco Russ, „und den wollen wir so lange wie möglich beibehalten.“ Die Erfolgsserie der Eintracht mit sieben Spielen in Folge ohne Niederlage, inklusive Pokal, hält nun schon bald zwei Monate an. Die letzte Niederlage gab es am 17. September gegen den SC Freiburg, seitdem ging es spielerisch und tabellarisch kontinuierlich vom Rand der Abstiegszone bis in die Spitzengruppe nach vorne. Ein Lauf eben, wie die Fußballer sagen.
Zu so einem „Lauf“ gehören auch verrückte Dinge: Da fehlen der Eintracht seit Wochen mit dem brasilianischen Kapitän Chris und dem besten Torschützen der letzten Jahre, Alexander Meier, zwei eigentlich „unverzichtbare“ Spieler.
Caio und Köhler Nutznießer
Doch die Mannschaft zeigt, dass sie eben doch auf sie verzichten kann, wenn auch womöglich nicht über eine längere Distanz. Da steht der Brasilianer Caio, zuvor nur noch als „Joker“ gebraucht, seit drei Wochen in der Anfangsformation, obwohl er nicht besonders gut spielt. „Wenn Chris und Meier fehlen, brauche ich seine Kopfballstärke“, sagt der Trainer. Vor allem deshalb habe er Caio beim Heimspiel gegen Wolfsburg nicht ausgewechselt.
Da spielt Benjamin Köhler als zweiter defensiver Mittelfeldspieler neben Pirmin Schwegler. Ursprünglich war Köhler Stürmer, in den letzten Jahren wurde er hauptsächlich im linken Mittelfeld eingesetzt, oft auch als linker Außenverteidiger. Jetzt also auf einer der beiden „Sechserpositionen“. „Weil er geschickt am Ball ist und deshalb alles kann“, sagt der Trainer. Vieles davon wäre vor der Saison unvorstellbar gewesen. Aber jetzt hat die Eintracht ja einen Lauf.

