Eintracht Frankfurt: Gladbachs Leihgabe Anderson soll Hintermannschaft verstärken
27.07.2011 - FRANKFURT
Von Peppi Schmitt
Die Eintracht ist bei ihrer Suche nach einem Nachfolger für den für eine Ablösesumme von drei Millionen Euro an den VfL Wolfsburg verkauften Marco Russ fündig geworden: Von Borussia Mönchengladbach kommt der 23 Jahre alte Abwehrspieler Anderson zu den Hessen. Der Brasilianer wird zunächst einen Einjahresvertrag unterschreiben und die Eintracht hierfür eine Leihgebühr von geschätzt 300.000 Euro nach Mönchengladbach überweisen. Für die Zeit danach haben sich die Frankfurter eine Kaufoption gesichert. Setzt Anderson sich durch, soll er dann einen Dreijahresvertrag unterschreiben und die Eintracht müsste eine festgeschriebene Ablöse zahlen. Der Brasilianer ist der neunte Neuzugang und zumindest vorerst auch der letzte. „Wir hätten zwar noch gerne einen Stoßstürmer, aber Priorität liegt nun darauf, Spieler abzugeben“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner.
Hübner wollte Anderson bereits letzte Woche unter Vertrag nehmen, doch die Borussia gab erst jetzt ihr Einverständnis, nachdem ihr wichtigster Abwehrspieler, Dante, eindeutig erklärte, seinen Vertrag auch zu erfüllen. „Anderson ist die ideale Ergänzung zu Gordon Schildenfeld“, sagt Hübner, „er ist antrittsschnell und spielt sehr aggressiv.“ Gestern hat der Brasilianer, der die sportmedizinische Untersuchung ohne Beanstandungen absolviert hat, erstmals mit den neuen Kollegen trainieren.
Vierte Station in Deutschland
Für Anderson, dessen vollständiger Name Anderson Soares de Oliveira lautet, ist Frankfurt bereits die vierte Station in Deutschland seit seinem Wechsel im Juni 2008 von Flamengo Rio de Janeiro zum VfL Osnabrück. Über Fortuna Düsseldorf war der 1,88 Meter große Anderson im letzten Sommer nach Mönchengladbach gekommen. Die Borussia hat angeblich 1,5 Millionen Euro für den damals im Fachmagazin „Kicker“ als besten Abwehrspieler der Zweiten Liga bezeichneten Spieler bezahlt. In der Bundesliga aber konnte sich Anderson in der zurückliegenden Saison nicht durchsetzen, ist nur auf 13 Spiele gekommen, elf von Beginn an.
Trainer Armin Veh hat bei den möglichen Verpflichtungen von Abwehrspielern aufs Tempo gedrückt. Ob er den Neuen nun schon beim Pokalspiel am Samstag in Halle einsetzen wird, ist noch offen. Wegen der Sperre von Pirmin Schwegler hat der Eintracht-Coach noch ein weiteres Problem. Der neue Kapitän der Eintracht war am 22.Dezember beim Pokalspiel in Aachen (3:5 nach Elfmeterschießen) vom Platz gestellt und danach für ein Spiel gesperrt worden. Kandidaten für Schweglers Position im defensiven zentralen Mittelfeld wären Ricardo Clark, der nun ja nicht mehr unbedingt in der Innenverteidigung gebraucht würde, und Benjamin Köhler.

