Tunesien dank Hasanefendic in Top12 dabei
uli. HALLE/WESTFALEN Said Hassane Afendic? Wer soll das sein, werden Sie sagen! In Wahrheit hört der Jugoslawe auf den Namen Sead Hasanefendic, doch weil er in Tunesien als Heilsbringer des Handballs verehrt wird, verliehen ihm die Nordafrikaner den Ehrennamen. Der 58-Jährige führte die tunesische Spielintelligenz mit europäischer Härte und Disziplin zusammen. Heraus kam ein Team, das Ägypten längst als beste afrikanische Mannschaft abgelöst hat. Mehr noch, der aktuelle Afrikameister hat sich in die erweiterte Weltspitze gespielt. Wurde Platz vier bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land vor zwei Jahren noch dem Heimvorteil zugeschrieben, hatte Hasanefendic in Wahrheit längst an den Stellschrauben des Erfolgs gedreht. Da die meisten seiner Nationalspieler aufgrund der gemeinsamen Sprache in der Ersten Liga Frankreichs spielen, schloss der Nationaltrainer mit der Liga eine Vereinbarung über die Abstellung der Aktiven. Mit Erfolg. Sieben Wochen lang konnte Sead Hasanefendic seinen Kader für Lehrgänge zusammenziehen und einspielen. Gleichzeitig veredelte er mit Hilfe des früheren Top-Torwarts Zlatan Arnautovic die beiden Nationalkeeper zu Schlussleuten internationaler Klasse. Zudem lernte der heutige Gegner der deutschen Nationalmannschaft unter Hasanefendic das Deckungsspiel. "Die Tunesier haben sich taktisch und spielerisch stark weiterentwickelt", musste Bundestrainer Heiner Brand feststellen. Star der Nordafrikaner ist Wissem Hmam. 17 Treffer hat der WM-Torschützenkönig 2005 in den Vorrundenbegegnungen erzielt. Seine Spezialität: Der beidbeinige Absprung, mit dem sich der 1,97 Meter große Rechtshänder in die Luft schraubt und die gegnerischen Abwehrspieler überrascht. Wie stark der sechsfache Afrikameister einzuschätzen ist, zeigte sich im vergangenen Herbst beim WorldCup in Schweden. Tunesien bezwang im Halbfinale Dänemark und musste sich im Finale Olympiasieger Kroatien erst im Siebenmeterwerfen geschlagen geben.

