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Wiesbadener Kurier

SV Wehen Wiesbaden 

Oft nur Tribüne statt Bank

28.07.2010 - WIESBADEN

Von Carsten Dietel

SVWW U-23-Regelung trifft Keeper Erik Domaschke / Lettieri: Entscheiden von Spiel zu Spiel



„Wenn du älter als 23 Jahre bist und nicht in der Stamm-Mannschaft, dann hast du in der Regionalliga nichts verloren.“ Diese Aussage traf vor vier Jahren der damalige Trainer des SV Wehen, Djuradj Vasic zu der U-23-Regel. Diese Regel, die besagt, dass in jedem Spielberichtsbogen vier Akteure verzeichnet sein müssen, die unter 23 Jahre alt und für deutsche Auswahlmannschaften spielberechtigt sind (Stichtag 1. Juli), gilt so auch für die Dritte Liga.

Zwar war die Regelung, die Vasic damals kritisierte, noch strenger gefasst, doch im Kern hat die Aussage weiter Gültigkeit. Besonders für Torhüter. Das musste am vergangenen Samstag leidvoll Erik Domaschke erfahren, der - obwohl eigentlich zweiter Mann hinter Michael Gurski - die Reise nach Unterhaching nicht mitmachen durfte. Stattdessen saß Raphael Laux auf der Bank, eigentlich noch nach Stefan Marinovic die Nummer vier der Torhüter des SVWW.

Spielpraxis in Regionalliga

„Der Trainer wird von Woche zu Woche entscheiden, welchen zweiten Torwart er mitnimmt“, will SVWW-Geschäftsführer Wolfgang Gräf in der Unterhaching-Besetzung keine Regelmäßigkeit für die komplette Saison sehen. Und auch Trainer Gino Lettieri, will sich nicht festlegen, ober er immer einen der vier U-23-Plätze mit dem zweiten Torwart besetzt. Allerdings sagt Lettieri auch: „Es ist nicht Domaschkes Aufgabe, auf der Bank zu sitzen. Der Angesprochene selbst macht sich keine Illusionen: „Es wird wohl so sein, dass ich häufig nur auf der Tribüne sitzen werde.“ Spielpraxis in der Zweiten Mannschaft wird Domaschke sammeln dürfen, denn die „Nachwuchsteams“ von Drittligisten unterliegen keiner Altersvorgabe. Und er will sich im Training so reinhängen, „dass es für den Trainer so schwer wie möglich wird, sich für Michael Gurski zu entscheiden“.

Von einem anderen U-23-Spieler will sich der SVWW trennen: Lukas Billick. „Bis Ende der Woche erwarten wir die Entscheidung von Hertha BSC II“, sagt Gräf. Dann hätte der SVWW, sieht man einmal von den noch nicht auf Drittliga-Niveau agierenden Philipp Albert und Sebastian Szimayer nur noch Florian und Benjamin Hübner sowie Marco Jordan als junge Spieler im Kader. Im Zweifelsfall würden dann Spieler aus der Zweiten Mannschaft nachrücken, auch weitere Neuzugänge schließt Gräf nicht aus.

Eigener Nachwuchs gefragt

Lettieri hofft dagegen, dass sich der ein oder andere junge Spie ler so weiterentwickelt, dass er für die Dritte Liga ein Thema werden könnte. „Schauen wir mal, was in fünf, sechs Wochen ist“, sagt Lettieri. Doch eine Wahrheit bleibt: Wer über 23 ist und nicht Stammspieler, hat es in der Dritten Liga verdammt schwer.


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