Von Henning Kunz
SVWW Öztürk und Ziemer wieder voll im Training
Drei Tage bis zum nächsten Heimspiel und die Stimmung, die Fußballtrainer Hans Werner Moser im Umfeld des SV Wehen Wiesbaden aufgesaugt hat, nervt ihn schon ein wenig. Moser sagt: "Viele denken, dass die drei Punkte gegen Holstein Kiel bereits verbucht sind, dass da nichts anbrennt. Aber ich kann nur warnen: Dieser Gedanke ist fatal, denn das wird eine ganz enge Kiste." Deshalb die klare Ansage an seine Drittliga-Fußballer: "Rumspinnen ist nicht." Wer denke, dass er am Samstag (14 Uhr, Brita-Arena) mit halber Kraft das Kind schaukeln wird, der sei schief gewickelt. Allerdings glaubt Moser nicht, dass seine Jungs Gefahr laufen. "Wir arbeiten gut und haben trotz der Länderspielpause unseren Rhythmus beibehalten."
Die schöne Serie ausbauen
Die feine Serie von sechs ungeschlagenen Partien nacheinander spielt intern übrigens kaum eine Rolle. "Das läuft so nebenher, rutscht vielleicht mal in dem einen oder anderen Gespräch heraus", erzählt Moser, "ansonsten ist das kein Thema und kein Grund, Harakiri zu spielen." Wobei der Trainer freilich nichts dagegen haben dürfte, am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr festzustellen, dass ein siebtes Spiel ohne Niederlage dazu gekommen ist. "Wäre schon schön, wenn die Serie hält", sagt Moser, "dafür müssen wir in Vorleistung treten."
Gegen eine Kieler Mannschaft, die hochmotiviert sein dürfte, weil sie zeigen will, dass sie mit ihrem neuen Trainer Christian Wück besser zurechtkommt als mit Vorgänger Falko Götz. Was rein zwischenmenschlich nicht allzu schwer fällt, soll sich das Holstein-Team - das haben die Kieler Nachrichten herausgefunden - in einer Mannschaftssitzung mit 24:1 Stimmen für Götz´ Rauswurf ausgesprochen haben. Ein gutes Verhältnis sieht anders aus. Wück ist von Beginn an um ein gutes Betriebsklima bemüht, lud gestern Abend seine neuen Schützlinge zum Einstandsessen beim Italiener ein.
Unveränderte Startformation
Moser stellt sich auf "harte Arbeit gegen einen gut stehenden Gegner" ein, "der an einem guten Tag in der Lage ist, in Wiesbaden zu gewinnen". Der vor einer Woche 2:0 gegen den VfB Stuttgart II siegte, außerdem am zurückliegenden Wochenende im Test beim Zweitligist Union Berlin (1:1) einen ordentlichen Eindruck hinterließ. Nur mal so: Der SVWW unterlag gegen den VfB Stuttgart II 0:3. "Den Quervergleich ersparen wir uns lieber", sagt Moser und ist froh, dass sein Sturm-Duo Aykut Öztürk (Innenbanddehnung) und Marcel Ziemer (Grippe) sowie Jovan Damjanovic (Kiefer-OP) wieder mit der Mannschaft trainieren - und somit der SVWW gegen Kiel mit unveränderter Formation beginnen kann.

