FV Delkenheim frönt dem Außenseiter-Status
26.08.2010 - WIESBADEN
Von Stephan Neumann
SPIEL DES TAGES Trainer Thorsten Becht vor dem Derby in Nordenstadt: „Wollen nicht untergehen“ / Qualitätsschub im TuS-Kader
Zwei Vororte, die nahe beieinanderliegen, zwei Teams, die sich bestens kennen und eine ideale Tabellen-Konstellation, das sind die Verzeichen der Partie TuS Nordenstadt gegen FV Delkenheim (Samstag, 17.30 Uhr). Am Nordenstadter Kerbe-Wochenende wird der Ländches-Gipfel zum Hit der Fußball-Kreis-Oberliga. Drei Siege aus drei Spielen weist das TuS-Ensemble von Andreas Lustenberger auf, vier siegreiche Partien der von Thorsten Becht trainierte FVD.
Längst ist in beiden Lagern das Derby-Fieber ausgebrochen. Eine große Kulisse scheint garantiert, ein atmosphärisches Match ebenso. Ein Spiel, vor dem die Trainer das Kapitel Motivation aussparen können. Unabhängig vom Derby-Faktor streicht Andreas Lustenberger heraus: „Wir müssen permanent an der 100-Prozent-Marke kratzen, sonst ist kein dauerhafter Erfolg möglich.“
Ein Hinweis darauf, dass er die Starterfolge gegen die Keller-Teams Biebrich 02 II und Frauenstein II sowie das umgebogene Match bei der Germania nicht überbewertet wissen will. Ein Platz unter den ersten fünf sei das erklärte Ziel, so Lustenberger, aber die Konkurrenz mit Sonnenberg, Karadeniz, Maroc und natürlich Delkenheim nicht zu verachten.
Gleichwohl wirkt das TuS-Team, das vergangene Runde Elfter war, wesentlich gefestigter. Lustenberger attestiert seinen jungen Defensiv-Strategen Daniel Gerber, Matthias Bormann und Michael Meyer Fortschritte, freut sich, dass Don Chuaydee vom Studium in Thailand zurück und auch Manuel Kunad verfügbar ist. Glänzend eingefügt in Mittelfeld und Angriff haben sich die Brüder Sven und Dennis Deider.
Thorsten Becht erweckt im Vorfeld trotz makelloser Bilanz den Eindruck, als erscheine Delkenheim auf dem Nordenstadter Kunstrasen als Letzter. „Wir sind krasser Außenseiter. Für uns ist das kein Topspiel. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, damit wir nicht untergehen“, sagt der 37-jährige Spielertrainer und nennt zwei gewichtige Gründe für seine ausgeprägte Skepsis. Einerseits die extrem angespannte personelle Situation. Ronny Rohde, der beim 6:0 über Schierstein 08 nach einem unglücklichen Sturz eine offene Armfraktur erlitt, wurde am Sonntag sofort operiert, fällt damit für nicht absehbare Zeit aus, während Marco Dick heute für ein halbes Jahr zum Auslandsstudium nach China fliegt. Im FVD-Gefüge zwei ganz wichtige Kräfte.
Überdies sind Markus Wink und Andreas Sauer in Urlaub gefahren, plagen sich Norman Wente, Sascha Linsmeier, Julius Wolf und auch Thorsten Becht mit Blessuren herum. Der zweite nachteilige Aspekt ist aus Sicht des Trainers die Qualität des Gegners: „Nordenstadt ist das Team der Klasse, das eigentlich aufsteigen muss. Überhaupt ist uns der TuS von der Gesamtstruktur her einen Schritt voraus.“

