Gastspiel im Erzgebirge mutiert zur Nebensache
12.03.2010 - WIESBADEN
Von Carsten Dietel
SVWW Gräf/Lettieri rechnen mit Sandro Schwarz ab
Eigentlich sollte die Vorschau zum Fußballspiel bei Erzgebirge Aue (Samstag, 14 Uhr) im Vordergrund stehen. Doch die obligatorische Pressekonferenz des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden nutzten Geschäftsführer Wolfgang Gräf und Trainer Gino Lettieri zur Abrechnung mit dem ehemalige Co-Trainer Sandro Schwarz. Dessen Beurlaubung sah Gräf als unumgänglich an, nachdem dieser nicht nur seinen direkten Vorgesetzten Lettieri, sondern auch ihn hintergangen habe. Und das, obwohl nach Lettieris Sichtweise ein Co-Trainer vor allem eine Aufgabe hat: "Seinen Trainer bis zum Tod zu unterstützen."
Gräf sah also schlicht keine andere Lösung, als sich von Schwarz zu trennen, nachdem der am Abend nach der Niederlage gegen Bayern München II nach Gräfs Darstellung bei fünf bis acht Personen - "Mitarbeitern und Externen" - Dampf abgelassen hat. "Mit Emotionalität hat das für mich nichts zu tun, das war geplant", zeigte sich Lettieri von dem Geschehenen angewidert.
Und Gräf nutzte die Gelegenheit, sich den ganzen Frust der vergangenen Wochen von der Seele zu reden. Sein Ärger über die vielen Nebenbaustellen, die die Arbeit im Abstiegskampf so erschweren. "Es wird viel zu viel hintenrum geredet", bedauert Gräf, der Schwarz genau aus diesem Grund aus dem Kollektiv entfernt hat. Gräf, der doch eigentlich Sympathie für den 31-Jährigen hegt, der etwas darstelle, was es in diesem Geschäft eigentlich viel zu selten gebe. "Er ist ein echter Typ, einer der polarisiert, für den es nur Schwarz oder Weiß gibt, keine Grautöne."
Bevor die Generalabrechnung in Sachen Sandro Schwarz ihren Anfang nahm. wurde auch noch kurz auf das Spiel gegen Aue eingegangen. Wurde berichtet, dass die Mannschaft so eifrig arbeitet, dass es blaue Flecken gab, dass das Team, wenn es den Weg kontinuierlich weiter gehe, auch belohnt werde. Vielleicht schon in Aue, auch wenn das beim Aufeinandertreffen der besten Heim- gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft statistisch eher unwahrscheinlich ist. Doch das eigentlich Wichtige, das Spiel, wurde zur Nebensache. Und dass dem so ist, wurmt Gräf. Schließlich hat der SVWW mit dem Abstiegskampf genug Arbeit.

