Zehn Fragen und Antworten zur Zukunft des SV Wehen Wiesbaden
12.03.2010 - WIESBADEN
Von Carsten Dietel und Henning Kunz
Die Lage ist beängstigend, der Abstieg in die Fußball-Regionalliga keine Illusion. Doch: Was passiert, wenn der Drittligist SV Wehen Wiesbaden absteigt? Wie geht es weiter? Wir stellen und beantworten zehn Kernfragen über die Zukunft des SVWW.
Spielt der SVWW im Falle des Abstiegs wirklich in der Regionalliga – oder zieht er zurück?
Der SVWW hat die Lizenzunterlagen für die Regionalliga eingereicht, würde mit halbiertem Etat so schnell wie möglich den Wiederaufstieg anpeilen. Zumal: Ein Rückzug in die Hessenliga wäre gleichbedeutend mit dem endgültigen Abschied aus dem Profifußball (und aus Wiesbaden), weil er auch bedeuten würde, dass der SVWW seinen Spielern den Aufstieg in die Regionalliga „verbieten“ müsste.
Welche Spieler gehen mit in die Regionalliga?
Nur wenige. Der Großteil der Mannschaft würde nicht übernommen werden. Denkbar aber, dass Spieler wie Kai Gehring, Lukas Billick, Josip Landeka und Christian Kunert den Gang in die Viertklassigkeit mitgehen würden.
Was macht Trainer Gino Lettieri?
Der Vertrag des neuen Cheftrainers würde sich nur im Fall des Klassenverbleibs um ein Jahr verlängern. Durchaus vorstellbar, dass sich Lettieri von Gräf überzeugen ließe, mit in die Regionalliga zu gehen, schließlich kommt er von dort (Weiden) und sieht sich als Trainer, der langfristig etwas aufbauen will.
Zieht sich die Familie Hankammer als Geldgeber zurück?
Die Antwort gibt Geschäftsführer Gräf: „Seitdem ich hier bin, wird immer erzählt, Markus Hankammer sei eiskalt, er interessiert sich nicht für den Verein, er denke nur kaufmännisch. Das kann ich nicht nachvollziehen. Hankammer stellt ein Stadion für 15 Millionen Euro hin. Suchen Sie mal im deutschen Fußball außer Hopp in Hoffenheim jemanden, der aus seiner privaten Schatulle ein Stadion bezahlt. Die Firma Brita investiert jährlich Millionen. Und das macht Hankammer, weil er eiskalt ist und keine Leidenschaft hat?“
Was passiert mit der Wiesbadener Fußball-Arena?
Der bis 2012 laufende Vertrag mit der Stadt soll – Stand heute – verlängert werden. Dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden (Dauer etwa ein Jahr), was wiederum die Stadtverordneten beschließen. Momentan spricht nichts dagegen. Gerüchte, wonach Markus Hankammer die Absicht haben soll, die Arena an die Stadt zu verkaufen, sind eher unwahrscheinlich.
Laufen dem SVWW die Fans weg?
Der Verein kalkuliert in der Regionalliga mit 2000 Zuschauern im Schnitt. Die erscheinen, wenn der sportliche Erfolg stimmt, realistisch. Zurzeit kommen 3728 im Schnitt. In Fankreisen geht man davon aus, dass der harte Kern auf der Nordtribüne (aktuell 600 bis 800) um die Hälfte schrumpft.
Was passiert mit dem Geschäftsstellenteam?
Momentan arbeiten etwa zehn Festangestellte und drei Aushilfen für den SVWW. Zu Wehener Regionalliga-Zeiten kümmerten sich drei Festangestellte um die vier Kerngeschäfte der Lizenzspielerabteilung (Kommunikation/Marketing, Spielbetrieb/Lizenzierung, Finanzen). Präsident Heinz Hankammer betont, auch in der Regionalliga mit Geschäftsführer Gräf weiterarbeiten zu wollen (siehe Interview).

