Hinrunden-Schmach vergessen machen
06.03.2010 - HOFFENHEIM
Von Rüdiger Lutterbach
1899 HOFFENHEIM 1:2-Pleite in Mainz ärgert Trainer Rangnick noch heute / Weis vor Rückkehr in die Startelf
HOFFENHEIM. An das Hinrundenspiel in Mainz haben Trainer und Spieler von 1899 Hoffenheim keine guten Erinnerungen: Als klarer Favorit an den Bruchweg gekommen, musste sich die Elf von Ralf Rangnick den 05ern am achten Spieltag mit 1:2 geschlagen geben. Insbesondere die Anfangsviertelstunde, in der die Hoffenheimer total neben sich gestanden und Andreas Ivanschitz (6.) sowie Aristide Bancé (11.) die Gastgeber mit 2:0 in Führung geschossen hatten, treibt Rangnick heute noch die Zornesröte ins Gesicht.
"Das ist noch nicht vergessen. Es war ein Spiel, dass wir nicht hätten verlieren müssen. Wir haben uns damals in den ersten 30 Minuten den Schneid abkaufen lassen", sagt Rangnick. Am Sonntag will er mit seiner Mannschaft diese Schmach vergessen machen: Alles andere als ein Sieg gegen die auswärtsschwächste Mannschaft der Liga wäre eine herbe Enttäuschung.
Doch durch den Heimvorteil wird die Partie noch lange nicht zum Selbstläufer für Ibisevic und Co. Im Gegenteil: Von den letzten sechs Spielen in der neuen Rhein-Neckar- Arena haben sie nur eins gewinnen können (2:1 gegen Hannover 96) - sehr zum Verdruss von Rangnick: "Natürlich habe ich andere Vorstellungen von der Art zu spielen, wie wir es derzeit tun."
Vorsah fällt aus
Nichtsdestotrotz gelang am vergangenen Wochenende bei Schlusslicht Hertha BSC ein 2:0-Erfolg, wobei Rangnick "Bereitschaft, Willen und Disziplin beim Spiel gegen den Ball" lobte. Allerdings mussten die Kraichgauer diesen Sieg teuer bezahlen: Defensivspieler Isaac Vorsah zog sich in der Schlussphase einen Abriss des Innenbandes im linken Knie zu. "Er wird uns in der nächsten Zeit leider fehlen", beklagt Rangnick den Ausfall des ghanaischen Nationalspielers, der voraussichtlich sechs Wochen pausieren muss. Zudem erlitt Marvin Compper, der im selben Spiel umgeknickt war, einen Teilriss des Außenbandes im linken Sprunggelenk. Ob der Innenverteidiger am Sonntag auflaufen kann, entscheidet sich erst kurzfristig. "Die Hoffnung ist da", sagt sein Trainer. Mittelfeldspieler Luiz Gustavo ist noch rot-gesperrt.
Dafür steht Tobias Weis wieder zur Verfügung. Der Nationalspieler ist nach etwa zweieinhalb Monaten Zwangspause wegen Kniebeschwerden wieder einsatzbereit. In Berlin nach 67 Minuten für den angeschlagenen Maicosuel eingewechselt, hat der 24-Jährige gute Chancen, gegen Mainz erstmals seit dem 12. Dezember wieder in der Anfangsformation zu stehen. "Ein fitter Tobi Weis ist für uns sehr wichtig und eine echte Alternative für die erste Elf", sagt 1899-Manager Jan Schindelmeiser.
Ibisevic trifft wieder
Derweil nähert sich Vedad Ibisevic langsam, aber sicher wieder seiner Bestform. Der Bosnier, der in der Hinrunde der Saison 2008/09 18 Tore erzielt hatte, bevor er durch einen Kreuzbandabriss für den Rest der Saison außer Gefecht gesetzt wurde, war in den letzten drei Spielen je einmal erfolgreich; auch beim 2:1-Erfolg von Bosnien-Herzegowina am Mittwochabend im Testspiel gegen den deutschen WM-Gegner Ghana zählte er zu den Torschützen.

