SVWW: Mit Torhüter Birkenbach gegen Bayern II zurück zum Glück?
05.03.2010 - WIESBADEN
Von Ulrich Schwaab
Zusammenrücken, sich auf das Wesentliche konzentrieren, nur den Fußball im Fokus haben – so reden Sportler, wenn die Lage ernst ist. Beim SV Wehen Wiesbaden hört man viele dieser Parolen. Beim Tabellen-Achtzehnten der dritten Liga ist die Lage vor dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr, Brita-Arena) gegen den FC Bayern München II mehr als ernst. Der SVWW steht auf einem Abstiegsplatz und muss seinen Stammtorwart Erik Domaschke ersetzen. Der war im Trainingslager gegen eine Bodenquerlatte eines Trainingstores gefallen und wurde mit sieben Stichen genäht. „Erik wird sieben bis acht Tage keinen Sport machen“, sagte Trainer Gino Lettieri am Freitag. Mithin droht Domaschke auch nächste Woche in Aue auszufallen. „Des einen Pech ist des anderen Glück“, macht Lettieri aus der Not eine Tugend und redet Marc Birkenbach stark. „Er macht einen relaxten Eindruck. Ich hoffe, dass er sich cool zwischen die Pfosten stellt, dann macht er einen Riesenschritt.“
Birkenbach kommt dabei zu gute, dass der eigentliche Domaschke-Vertreter Stefan Marinovic verletzt ist, so dass Birkenbach auch am Trainingslager in Weilrod teilnahm. „Jetzt hat er die Möglichkeit, wieder Fuß zu fassen“, sagt sein Trainer.
Der um seiner selbst willen ebenfalls Fuß fassen muss, sprich: Einen Heimsieg gegen die kleinen Bayern einfahren muss. „Gegen Stuttgart waren wir noch wie gelähmt. Jetzt sind wir gelöster, lockerer und sehen: Es geht was“, glaubt Lettieri. Der baut auf die vor Wochenfrist gezeigte taktische Disziplin und ist überzeugt davon, dass der Kader beim Trainingslager in Weilrod gruppentaktisch noch gefestigter geworden ist. Offenbar ist auch die Mannschaft vom Frühjahrserwachen beseelt. „Wir werden uns auf dem Platz zerreißen, um die drei Punkte zu holen, “ verspricht Benjamin Weigelt.
Das wird auch nötig sein. Der Gegner mit Trainer Mehmet Scholl wird als spielstarke Mannschaft sicher nicht im Hurra-Stil aus der Arena geschossen werden. „Wir müssen so spielen, dass wir kein Tor kriegen und vorne eines schießen“, gibt Lettieri vor. Der SVWW setzt wie die Bayern auf ein 4-4-2-System. System hin oder her, „wir müssen am Samstag nur gewinnen, alles andere ist egal“, legt sich SVWW-Profi Steffen Bohl seine eigene Philosophie zurecht. 3 300 Zuschauer werden für die wichtige Partie erwartet. Nicht viel, angesichts dessen, was für den SVWW oder den Fußball-Standort Wiesbaden auf dem Spiel steht.
Das aber darf keinen der elf SVWW-Profis davon abhalten, alles zu tun, dass die Punkte in Hessen bleiben.

