VERBANDSLIGA-DERBY Spieler von Biebrich 02 flippen nach Frauensteins 2:2 aus
(nn). Was waren die Fußballer des FV Biebrich 02 nach dem Derby-2:2 beim SV Frauenstein geladen. Beim tumultartigen Abgang vergaßen einige die gute Kinderstube. Da wurde gepöbelt, es wurde gegen Tische gestoßen. Frauensteins später Ausgleich und drei Rote Karten hatten tiefe Fruststachel ins Gemüt der 02-Spieler gebohrt. Pikant: Der von Biebrich heftig kritisierte Unparteiische Olaf Schmidt pfeift für die Spvgg. Hadamar, den nächsten Heimgegner der 02er.
Vulkanausbruch nach 2:2
"Dieser Schiedsrichter hat wirklich alles getan, um das Spiel kaputt zu kriegen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Das soll aber nicht das Verhalten einiger Spieler entschuldigen, die ausgeflippt sind, durch die Ereignisse emotional überdreht haben. Damit haben wir uns selbst geschädigt und müssen nun mit einer Verhandlung vor dem Sportgericht rechnen. Zudem sind es drei wichtige Spieler, die uns sehr fehlen werden", fasste 02-Chef Horst Klee zusammen.
Frauensteins Sportlicher Leiter Wolfgang Flöck: "Da fiel einiges an Ausdrücken. So habe ich die Biebricher noch nicht erlebt." Der Biebricher Vulkan kam eine Minute vor Schluss zum Ausbruch. Es gab Freistoß für die Gäste. Keeper und Interims-Kapitän Denis Ademovic rollte den Ball mit der Hand zur Ausführung nach vorne. Frauensteins Iwan Rebic spritzte dazwischen, schoss ein und der Spielleiter gab den Treffer. Das brachte Ademovic derart in Rage, dass der Schiedsrichter ihm die Rote Karte zeigte. Auch Edis Hadzic konnte sich nicht im Zaum halten, sah ebenfalls Rot.
Bereits kurz vor der Pause hatte es aus Biebricher Sicht erste Eruptionen gegeben, als der Treffer von Volkan Zer nicht gegeben wurde, ohne dass die Gäste eine Regelwidrigkeit erkennen konnten. Zer verstand seinerseits die Welt nicht mehr, beschwerte sich und flog als Erster vom Platz. Bis dahin hatten die 02er wie der Sieger ausgesehen. Ein kurioses Tor bescherte ihnen die frühe Führung, als Lars Hoffmann einen Freistoß in Richtung Dennis Ulmrich schob. Dorthin, wo er den Ort der Ausführung vermutete. Gäste-Stürmer Bilos Odisho erlief sich den Ball, startete zum Tor durch und verwandelte. Der Referee, der den Blick in Richtung Biebricher Kasten gerichtet hatte, entschied auch in dieser Szene auf Tor.
Utikal prüft Protest-Chancen
Das nach dem 1:7 im ersten Spiel gegen Eddersheim auf Torsicherung bedachte Konzept der Gastgeber war durchkreuzt und beim Bemühen um den Ausgleich trat zunächst die durch Ausfälle begründete fehlende Durchschlagskraft der Offensive zutage. Einzig Dennis Kunz, der freistehend per Kopf vergab, schnupperte an einem Treffer. Michael Ross, bester Schütze der vergangenen Runde, fieberte in Banknähe mit, hofft, bereits in zwei Wochen wieder aufzulaufen. Während Biebrichs Spielführer Christian Lang auf Krücken erschienen war. Er muss eine Infektion im Fuß kurieren.
Gleich nach der Pause lieferte Frauenstein ein zweites Tor-Präsent. Ingo Vermeer passte zurück, ein Teamgefährte der Defensivabteilung ging nicht entschlossen zum Ball, sodass Emerich Poharetzki einschießen durfte (50). Vemeer traf danach per Freistoß zum 1:2. In Überzahl bemühte sich die Heimelf um Druck, produzierte aber kaum Chancen, während Biebrich durch Konter ansatzweise gefährlich blieb. "Unser Punktgewinn ist glücklich. Mit dem Ausgleich hatte ich nicht mehr unbedingt gerechnet". räumte Vermeer ein.
Während 02-Spielausschuss-Chef Thomas Utikal "wegen des irregulären 2:2" einen Protest gegen die Wertung prüft. Auch die Schiedsrichter-Ansetzung will er beim Verband thematisieren. Fakt ist: Die Partie wird einen Nachhall haben. Wobei dem Schiedsrichter-Bericht Gewicht zufällt.
SV Frauenstein: Akyol - Hoffmann (74. I. Bothe), Ulmrich, Ferreira (58. A. Yildirim), Klees - Vermeer, Baladi, P. Reichhardt, Kunz - Mernberger (58. P. Veith), Rebic.
FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, C, Gebhardt, Hadzic - Wilhelm, Hachenberger, Tepper, D. Flindt - E. Poharetzki (90. Bulut), V. Zer, B. Odisho (86. Colak).
Tore: 0:1 Odisho (8.), 0:2 Poharetzki (50.), 1:2 Vermeer (56.), 2:2 Rebic (89.).- SR: O. Schmidt (Hadamar).- Zu.: 350.- Rote Karte: Zer (44.), Ademovic, Hadzic (beide 89./alle Biebrich).

