Lücken in der Defensive schließen
21.02.2012 - WIESBADEN
Von Ulrich Schwaab
SVWW Gegen Bielefeld kehren Herzig und Hübner in die Elf zurück / Vollmann fordert besseres Zweikampfverhalten
Der Trainer war auf Abstand zu seinen Spielern gegangen. Nicht, dass Peter Vollmann nach dem 0:4 gegen Sandhausen die SVWW-Profis gemieden hätte. Eine Magen-Darm-Grippe hatte den Fußball-Lehrer umgehauen, weshalb er sich gestern von seinem Kader fernhielt. „Ich will jede Ansteckungsgefahr vermeiden“, sagte Vollmann, begab sich in ärztliche Behandlung und plant, beim Abschlusstraining heute Vormittag wieder auf dem Platz zu stehen. Dann wird er seine Mannschaft auf die Partie am Abend gegen Arminia Bielefeld (19 Uhr, Brita-Arena) einstellen. Kein großes Geheimnis macht der 54-Jährige aus der Rückkehr von Nico Herzig und Benjamin Hübner. Beide haben ihre Spielsperre abgesessen und werden heute auflaufen.
Flutlicht bereitet Sorgen
Doch ungeachtet des Personals, das Vollmann auf den Platz bringt, ändern muss sich einiges in den Köpfen der Spieler. „Wir haben gegen Sandhausen mit den Augen gedeckt“, schimpft Vollmann über die Passivität der SVWW-Defensive im Zweikampfverhalten. Gegen Bielefeld verlange er, dass der Gegner „robust angegangen wird. Wenn du zu viele Gegentore kassierst, bist du nicht siegfähig“.
Um die Zweikampfmängel zu beheben, braucht ein Trainer natürlich das tägliche Arbeiten mit der Mannschaft. Dass ausgerechnet hierfür durch das Nachholspiel und den Magen-Darm-Infekt wenig Zeit bleibt, ärgert Vollmann am allermeisten. „Den Kopf wieder frei zubekommen, das geht nur über Training mit der Mannschaft. Man muss sie in die entsprechenden Situationen reinzwingen“, weiß Vollmann. Nur eine der letzten neun Begegnungen konnte der SVWW für sich entscheiden. Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld gibt sich entsprechend optimistisch vor dem Auftritt in Wiesbaden. „Wir wollen dort mutig sein und aktiv auf Sieg spielen“, kündigte Trainer Stefan Krämer an. Mit Johannes Rahn und Fabian Klos hat die Arminia zudem zwei gefährliche Konterspieler in ihren Reihen. Da muss der SVWW schon mehr Herzblut in die Defensivarbeit legen, sollen die Stärken der Westfalen nicht zur Entfaltung kommen. Nach dem 1:1 gegen Regensburg klingen die sehr selbstbewusst. „Wenn wir die Leistung stabilisieren, brauchen wir uns vor den kommenden Aufgaben keine Sorgen zu machen“, sagt Arminia-Trainer Krämer. Es wird am SVWW sein, diesen Aussagen etwas entgegenzusetzen.
Dabei war gestern zu allem Überfluss noch ungewiss, ob das Spiel in der Arena überhaupt stattfinden kann. Die Flutlichtanlage hatte wegen eines Kurzschlusses den Geist aufgegeben, was der SVWW dem Deutschen Fußball-Bund auch gemeldet hatte. Das mit der Wartung der Stadiontechnik beauftragte Unternehmen bemühte sich, den Schaden zu finden und zu beheben. Dies sollte bis zum Anpfiff geschehen sein. Ein Ausfall deutete sich jedenfalls nicht an.
Voraussichtliche Aufstellungen, SVWW: Gurski - Schimmel, Lanzaat, Herzig, Bieler - Book, Hübner - Janjic, Christ, Salem (Menga) - Wohlfahrt.
Arminia Bielefeld: Ortega - D. Riemer, Hübener, Burmeister, Schuler - Schütz - J. Rahn, Schönfeld, Rzatkowski, Heithölter - Klos.

