Von Max Sprick
IRONMAN 70.3 Lokalmatador steht im Blickpunkt
Schwimmen im Schiersteiner Hafen, Rad fahren durch den Taunus, Laufen im Kurpark. Der Ironman 70.3 am 16. August in Wiesbaden findet quasi vor der Tür von Triathlet Uwe Widmann statt. Als Lokalmatador steht der
38-Jährige beim Rennen durch "seine" Stadt dementsprechend im Blickpunkt. "Es ist schon etwas Außergewöhnliches, wenn man fast an seinem eigenen Haus vorbei läuft." Aber der Halb-Ironman genießt noch aus anderem Grund eine besondere Bedeutung für Widmann: "Wiesbaden wird zu meiner ganz persönlichen Standortbestimmung für die WM auf Hawaii".
Saisonhöhepunkt Hawaii
Nach einer Pause im letzten Jahr avanciert der legendäre Ironman auf der Vulkaninsel diesmal wieder zum Saisonhöhepunkt. Viele andere Wettbewerbe nimmt der Wiesbadener nicht wahr, "die Konzentration liegt klar auf Hawaii". Vom Ergebnis beim Heimrennen macht Widmann abhängig, wie er sein weiteres Training gestalten wird: "Ich will sehen, ob meine Form schon da ist, und ob das Tempo stimmt." Je nachdem entscheidet der Profi, ob er vor Oktober noch einen weiteren Triathlon absolviert. "Wenn ich auf Hawaii nicht unter die ersten zehn komme, genügt das nicht meinem Anspruch", setzt sich Widmann selbst ein ehrgeiziges Ziel.
Aber auch für Wiesbaden nimmt sich Widmann viel vor: "Ich will meinen dritten Platz aus dem Vorjahr zumindest bestätigen, nach Möglichkeit aber toppen". Dass das schwer wird, weiß er und schätzt das Starterfeld als "sehr stark" ein. "Natürlich sind die gerade die Jungen spritziger", räumt Widmann ein, sieht allerdings einen entscheidenden Vorteil auf seiner Seite: "Die Strecke kenne ich auswendig. Durch meine vielen Trainings-Einheiten vor Ort weiß ich idealerweise genau, wie ich zu schwimmen, fahren und laufen haben". Hinzu komme, dass er weder beim Ironman in Frankfurt noch in Roth am Start war. Dadurch hat Widmann, der vor allem die Radstrecke als bekannt anspruchsvoll einschätzt, möglicherweise die entscheidenden Körner gespart.
Im November wird der gebürtige Schwarzwälder 39 Jahre alt - für ihn kein Grund, ans Aufhören zu denken. "Zwei bis drei Jahre will ich noch machen", sagt Widmann. Erst wenn er keine Top-Platzierungen mehr erreiche, werde er sich mit Rücktrittsgedanken beschäftigen. Bis dahin trainiert Widmann auch weiterhin rund 40 Stunden pro Woche. Sein Ziel: "Erst Wiesbaden, dann Hawaii".

