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Wiesbadener Kurier

andere Sportarten 

Verbindungen, die Nutzen bringen

30.09.2008 - TAUNUSSTEIN

Von Manfred Schelbert

Volleyball: Partnerschaft zwischen TSV Bleidenstadt und dem Schulsportzentrum läuft gut

Erster Saisonsieg für die Landesliga-Volleyballer des TSV Bleidenstadt. Die Taunussteiner besiegten den VC Ober-Roden mit 3:1, verloren anschließend allerdings gegen die zweite Garnitur der Wiesbadener Eintracht mit dem gleichen Ergebnis. Volleyball und der TSV Bleidenstadt, das ist eine Beziehung, die ganz einfach passt. Jahrelang, ja jahrzehntelang nahmen die Taunussteiner vor allem in der Nachwuchsarbeit zumindest in Hessen eine Sonderstellung ein. Dies vor allem unter der Ägide der ehemaligen Abteilungsleiterin Rosi Heuser. Nirgendwo in diesem Land gab es so viele und so talentierte Nachwuchsspieler. Seit 2007 heißt der Volleyballchef in Bleidenstadt nun Frank Schweitzer. Noch so ein Name, der in Sachen Volleyball eine guten Ruf genießt, schließlich spielte der 44-Jährige lange in der ersten Herren-Mannschaft der Taunussteiner, die sich einst auch in der Regionalliga versuchte. Und so ganz vom aktiven Volleyball kann sich Schweitzer immer noch nicht zurückziehen. Am letzten Wochenende half der Routinier selbst in der Landesligatruppe des TSV aus. "Das soll aber nicht zur Dauereinrichtung werden", erteilt er ersten Spekulationen in dieser Richtung eine Absage. Nein, nein, die erste und zweite Herren-Mannschaft des TSV Bleidenstadt sollen auch weiterhin ein Auffangbecken für talentierten Volleyball-Nachwuchs sein. Erste Maßnahme dafür: beide Teams trainieren dienstags gemeinsam. Das spornt an und fördert die Konkurrenz im eigenen Lager. "Außerdem gewährleistet es die Durchlässigkeit von unten nach oben", bringt Frank Schweitzer einen wichtigen Aspekt auf den Punkt. Doch Durchlässigkeit hin, Durchlässigkeit her, viel interessanter ist doch die Frage, wie und wo die Bleidenstädter ihren Nachwuchs rekrutieren. "Kooperation" heißt hier das Zauberwort, auf das man im Bleidenstädter Volleyball-Lager ganz besonderen Wert legt. Im Klartext: Zusammenarbeit mit dem Schulsportzentrum des Rheingau-Taunus-Kreises. "Nur so kommen wir hier in der Nachwuchsförderung auf einen grünen Zweig", verrät Andreas Meusel. Und der muss es wissen, schließlich ist diese Zusammenarbeit ein Steckenpferd des Taunussteiners. Meusel ist so etwas wie der Trainerpapst in den Reihen des TSV Bleidenstadt, kümmert sich seit Jahren um die jüngsten Volleyballer in seinem Verein. Zwischenzeitlich hatte Meusel zwar auch das Coaching der Damen-Mannschaft übernommen, doch inzwischen widmet er sich wieder ausschließlich nur der Nachwuchsarbeit. Dass ihn dabei eine ganze Anzahl von Spielern und Spielerinnen aus den Damen- und Herren-Teams des TSV unterstützen, ist ein weiteres Phänomen dieses Traditionsclubs. Das Hauptaugenmerk wird in der Talentförderung vor allem auf Schüler der vierten und fünften Klassen gerichtet. Dass dieses Konzept greift, wird auch an der Tatsache deutlich, dass es inzwischen Schulsport-Zentren in Sachen Volleyball auch in Rüsselsheim, Hofheim und Wiesbaden gibt. Und die Förderung talentierter Nachwuchs-Volleyballer im Rahmen der Kooperation mit Schulsportzentren trägt erste Früchte, geht doch das Gros aller Spieler der Herren-Teams aus dieser Verbindung hervor. Profitieren können im übrigen auch die Volleyballer der Wiesbadener Eintracht davon, denn auch mit ihnen kooperieren die Bleidenstädter im Nachwuchsbereich. Und wenn dann auch noch ein Spieler wie Fabian Dursch, der einst das Volleyball-Einmaleins in Bleidenstadt lernte, den Sprung bis in die Zweitliga-Mannschaft der Wiesbadener Eintracht schafft, dann fühlt sich einer wie Andreas Meusel mit seiner Philosophie erst so richtig bestätigt. Dursch ist auch kein Einzelfall, gehört doch mit Yannik Brandl ein 16-Jähriger aus dem TSV-Talentschuppen dem aktuellen Regionalliga-Kader der Eintracht an. Volleyball und der TSV Bleidenstadt, das ist also eine Liaison, die sich gesucht und gefunden hat. Und dass die Taunussteiner Männer in der Landesliga im Laufe der Saison noch für Furore sorgen werden, darauf hofft nicht nur deren Trainerin Elke Triller. Mit dem Sieg gegen Ober-Roden ist jedenfalls ein Anfang gemacht.


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