Ironman-Radstrecke fordert Fahrer mit steilen Rampen, engen Kurven und schnellen Abfahrten
dhe. Ein Höhenprofil, das auf den ersten Blick aussieht wie die Königsetappe der Tour de France: Die Radstrecke des Ironman 70.3, der am Sonntag zum zweiten Mal nach 2007 in Wiesbaden steigt, hat es in sich. Auf 90 Kilometern müssen die Triathleten quer durch den Taunus insgesamt 1 500 Höhenmeter überwinden. Echte Sportler lassen sich davon jedoch nicht abschrecken: Die Teilnehmerzahl kletterte auf 2 700 - Weltrekord für einen Ironman 70.3. Die Resonanz, die Renndirektor Kai Walter zu spüren bekommt, ist durchweg positiv: "Endlich mal eine ambitionierte Strecke", loben die Atlethen. Auch die 28-jährige Frankfurterin Meike Krebs, vor einem Monat Vierte beim Frankfurter Ironman, freut sich auf die Herausforderung: "Die Strecke ist schwer, aber sie gefällt mir." Allein in der vergangenen Woche ist sie den Kurs dreimal abgefahren. Dabei geht es ihr nicht nur um die körperliche Fitness, sondern auch darum, sich jeden der fünf Berge genau einzuprägen. Denn schon im Vorfeld muss sie wichtige Entscheidungen treffen, etwa die Wahl des Fahrrads: "Mit einem leichten Rennrad kommt man die Berge besser hoch, dafür hat das schwerere Triathlonrad bei Abfahrten und in welligem Gelände seine Vorteile", erklärt Krebs. Entschieden hat sie sich noch nicht. Den größten Respekt hat die Frankfurterin, die seit 2007 Profi ist, vor "The Hammer" - so wird im offiziellen Streckenplan der 13 Kilometer lange Anstieg nach Hünstetten-Oberlibbach bezeichnet. Hier sind einige steile Rampen zu überwinden. "Der Veranstalter gibt die Steigung mit zehn Prozent an, nach meiner Rechnung sind das aber eher 14", sagt Krebs in einer Mischung aus Ehrfurcht und Vorfreude. Doch wer glaubt, nach dieser Tortur das Gröbste überstanden zu haben, täuscht sich. Renndirektor Walter warnt: "Dann gibt es noch mal ein paar knackige Anstiege, die sehr windanfällig sind." Aber nicht nur bergauf, sondern auch bergab müssen die Triathleten an ihre Leistungsgrenze gehen. "Es gibt einige anspruchsvolle Abfahrten, auf denen es extrem schnell wird. Da kann man als Profi noch ein paar Sekunden rausholen, bevor es auf die Laufstrecke geht", prognostiziert Meike Krebs. Insgesamt mache es die wellige und kurvige Strecke enorm schwer, den so wichtigen eigenen Rhythmus zu finden. Walter gibt daher den Fahrern folgenden Ratschlag mit auf den Weg: "Denkt nicht, dass euer Tacho kaputt ist, nur weil er ständig zwischen zwölf und 75 km/h schwankt."

