Warum Olivier Caillas nach Düsseldorf wechselt
hku. BELEK Auf einmal ging alles ziemlich flott, blieb kaum Zeit, sich von den Mitspielern zu verabschieden. Die scheffelten am Mittagsbüffet ihre Teller voll, als Fußballprofi Olivier Caillas ins Zimmer 381 eilte, um seine sieben Sachen zu packen. Vor dem Hotel wartete ein Fahrer, zwei Stunden später ging sein Flug nach Frankfurt: Caillas reiste ab. Er hatte soeben einen Haken hinter das für ihn düstere Kapitel SV Wehen Wiesbaden gesetzt, entschieden, das Angebot des ambitionierten Fußball-Regionalligisten Fortuna Düsseldorf anzunehmen. Caillas wird dort einen Kontrakt bis Juni 2010 unterschreiben. Dass diese Geschichte so enden würde, war im Sommer nicht abzusehen. Caillas, galt als prominentester Neuzugang. Trainer Christian Hock gab darauf wenig. Er setzte im linken Mittelfeld auf Max Nicu, der nach starken Leistungen gesetzt war. Nur: Caillas bekam in dem halben Jahr nie eine richtige Chance, sich für mehr zu empfehlen. Zwei Mal stand er in der Startelf und spielte nicht durch, sieben Mal wurde er kurz eingewechselt. Er ließ sich nicht hängen, bot sich mit Engagement im Training an. Als sich nichts änderte, machte er seinem Unmut Luft und keinen Hehl daraus, dass er sich ob der "überraschend unbefriedigenden Situation" vorstellen könne, zu wechseln. Von Hock hätte er sich mehr versprochen, als ständig mit leeren Vertrauensbekundungen vertröstet zu werden. Hock sagt: "Ich verstehe, dass er unzufrieden ist." Caillas sagt: "Mir wurde nie das Gefühl gegeben, dass ich gebraucht werde." Wenn man so will, löst sich für beide ein Problem in Luft auf. Zuletzt spielten im Test gegen Offenbach 21 Mann - Caillas nicht. Für ihn das Signal, dass es Zeit ist zu gehen. Das Vertrauen, das er von Hock nie bekommen hat, spürte er in den Telefonaten mit Fortunas Trainer Norbert Meier. "Düsseldorf hat sich sehr bemüht, mir signalisiert: Wir wollen dich." Der Wechsel mag ein Schritt zurück sein, "einige Argumente sprechen für Fortuna: Tradition, Stadion, Ambitionen und Aufstiegschance". Vielleicht sieht er ja seine Ex-Kollegen bald wieder. Nicht am Büffet, sondern als Konkurrent.

