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Ironman 70.3 

Übelkeitswelle nach Ironman 70.3: Stadt Wiesbaden nimmt Veranstalter in Schutz

25.08.2010 - WIESBADEN

Von Rolf Lehmann

„Es ist sehr bedauerlich, dass eine so schöne Veranstaltung durch diese Vorkommnisse überschattet wird“, erklärte Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller in einer Presseerklärung zu Meldungen, wonach mehrere hundert Teilnehmer am Ironman 70.3 in Wiesbaden über Tage hinweg unter heftigem Brechreiz und Überkeit litten. Müller: „Ich halte es für äußerst wichtig, dass die Aufarbeitung der Gründe schnell erfolgt und wir dadurch Klarheit über die Rahmenbedingungen für zukünftige Veranstaltungen erhalten.“

Die Ursachenforschung und damit auch die Suche nach den Verantwortlichen gestaltet sich allerdings als recht schwierig. „Da uns weder Stuhl- noch Urinproben vorliegen, gehen die Chancen, dem Übeltäter auf die Spur zu kommen, gegen null“, sagt der Leiter des Wiesbadener Gesundheitsamtes, Holger Meireis, und betont, dass eine Verbreitung des Noro-Virus – der als Auslöser vermutet wird – überall stattfinden könne, wo viele Menschen zusammenkommen.

Messwerte im Rahmen

Zwar könne man das Wasser im Schiersteiner Hafenbecken als Quelle nicht ausschließen, erklärt Meireis, nimmt gleichzeitig jedoch den Veranstalter ein wenig aus der Schusslinie: „Die Untersuchungsergebnisse der letzten, sechs Tage vor dem Rennen entnommenen Proben liegen unterhalb der erlaubten Grenzwerte. Das sah vier Wochen zuvor bei hochsommerlichen Temperatuten noch ganz anders aus. Da hätte es von uns kein grünes Licht gegeben.“

Auch der Vorwurf, der zeitliche Abstand der Wasserentnahme sei zu groß gewesen, wird von Meireis entkräftet. „Da es drei bis vier Tage dauert, bis ein stichhaltiges Ergebnis vorliegt, der Veranstalter aber auch eine gewisse Planungssicherheit haben muss, gibt es auch von dieser Seite her keine Beanstandungen“, sagt der Chef des Wiesbadener Gesundheitsamtes und fügt hinzu: „Eine hundertprozentige Sicherheit, dass es zu keinerlei gesundheitlichen Problemen kommen kann, wird es in einem solchen stehenden Gewässer, dessen Qualität sich beispielsweise durch heftige Regenfälle stündlich ändern kann, nie geben.“ Meireis: „Die Athleten wissen, dass es sich im Schiersteiner Hafen um keinen Wellnessbereich handelt.“

Kardiologe: Übertragung des Noro-Virus durch Wasser unwahrscheinlich

Noch weiter geht der Wiesbadener Kardiologe Dr. Florian Lang, der in diesem Jahr zum vierten Mal selbst am Wiesbadener Halb-Ironman teilnahm und die These vertritt, dass eine Übertragung des Noro-Virus durch Wasser „eher unwahrscheinlich“ ist. „Der Virus, der scheinbar schon vor dem Wettkampf in erhöhtem Maße auftrat, wird in erster Linie von Mensch zu Mensch übertragen. Die Wahrscheinlichkeit ist also viel größer, dass sich die Athleten beim gemeinsamen Duschen oder dem Benutzen der Dixi-Klos gegenseitig angesteckt haben“, erklärt der Mediziner.

Das würde auch die Probleme des Wiesbadeners Markus Reppert erklären: „Ich habe mich tagelang nur von Zwieback und Magentropfen ernährt. Und dass, obwohl ich in der Staffel lediglich als Läufer zum Einsatz kam.“

Schwimmer beim Ironman 70.3 im Schiersteiner Hafen. Archivfoto: wita / Uwe Stotz

Schimmer im Schiersteiner Hafen. Archivfoto: wita / Uwe StotzVergrößern

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