Ein Sieg zu Trainingszwecken
26.04.2010 - WIESBADEN
Von Andreas Riechert
NEROMAN Triathlon-Profi und Lokalmatador Uwe Widmann wird seiner Favoritenrolle gerecht
Es ist die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Um 8.15 Uhr ist von hektischer Betriebsamkeit rund um das Opelbad auf dem Neroberg noch wenig zu spüren. Die Bilderbuch-Idylle mit Blick auf die Stadtsilhouette wirkt beruhigend, lediglich einige Jogger scheinen das fast schon malerisch anmutende Szenario zu stören.
Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich dieser Eindruck jedoch spätestens ab 8.30 Uhr als Trugschluss. Nach und nach treffen immer mehr Menschen auf dem Wiesbadener Hausberg ein. Fahrräder werden präpariert, Laufschuhe überprüft, Trinkflaschen mit Elektrolyt-Getränken gefüllt. Spätestens jetzt ist klar: Hier oben steht ein Spektakel der besonderen Art an.
400 gemeldete Starter
Rund 400 gemeldete Starter wollen "Neroman-Flair" atmen und beim Cross-Triathlon des LC Olympia dabei sein. Neben etlichen Hobby-Ausdauersportlern hat auch der Wiesbadener Profi Uwe Widmann für die Konkurrenz gemeldet, die erneut stark besetzt ist. Sogar aus Kiel sind Athleten angereist.
Während sich das Becken des Opelbads längst in ein tosendes Gewässer verwandelt hat, in dem die Schwimmer um die beste Ausgangsposition für den anschließenden Wechsel aufs Mountainbike kämpfen, hat Widmann die Ruhe weg. Der Lokalmatador erscheint erst kurz vor seinem Start und will den Neroman in erster Linie als Trainingseinheit nutzen. "Es ist immer einfacher, sich im Wettkampf zu quälen, als auf dem Laufband oder der Straße."
"Die Radstrecke ist nicht ohne, gerade bei den Abfahrten muss man höllisch aufpassen", ist sich Widmann der Tücken des Streckenprofils vollauf bewusst. Dass der mehrfache Finisher des Ironman Hawaii am Ende trotzdem souverän vor der Konkurrenz liegt und sich mit einer Gesamtzeit von 1:09 Stunden zum neuen "Neroman" krönt, stört den Familienvater allerdings kaum. "Ich hoffe, dass ich die Hawaii-Quali in diesem Jahr nochmal packe", umreißt der 39-Jährige seine Ambitionen.
Heimsieg für Birgit Metzler
Derweil strahlt LCO-Präsident Matthias Wieder über beide Ohren. Und das beileibe nicht nur aufgrund des Erfolgs von Lokalmatadorin Birgit Metzler, die als beste Frau in 1:20 Stunden über die Ziellinie läuft und sich selbst von einer zwischenzeitlichen Reifenpanne nicht aus dem Tritt bringen lässt.

