Speedway: MSC Diedenbergen mit Pleite zum Saisonauftakt
29.03.2010 - DIEDENBERGEN
Von Sebastian Poser
Davey Watt hätte es wissen müssen. Oder zumindest eine Ahnung haben können, dass dieser Tag nicht sein Tag werden würde. Schon im ersten Rennen, seiner Premiere im Trikot des MSC Diedenbergen, versagte dem Australier die Technik, fuhr Watt nur auf Platz vier über die Ziellinie. Null Punkte für die kurzfristige MSC-Verpflichtung, null Punkte für Diedenbergens Drifter zum Auftakt der Speedway-Bundesliga gegen den MSC Güstrow. Graue Wolken nicht nur über Diedenbergens Heimbahn an der Wildsachsener Straße, sondern sprichwörtlich auch über dem Haupt des Australiers.
Watts Defekt - der Anfang vom Ende: Mit 42:45 unterlag der Meisterschafts-Mitfavorit dem Außenseiter aus Mecklenburg. Weil sich der australische Blitzeinkauf, den MSC-Teammanager Jürgen Ax kurzfristig für einen der fehlenden polnischen Topfahrer verpflichtete, nach dem Defekt, zwei Siegen und einem zweiten Platz neben dem Teamzelt übergab, kreidebleich und mit zittrigen Gliedern durch den Rennarzt vom Motorrad zitiert wurde. Das Aus für Diedenbergens besten Ausländer - es sollte das Aus für die gesamte MSC-Truppe bedeuten. Die bis dato zu Buche stehende 31:23-Führung der Gastgeber pulverisierte Güstrow durch einen Doppelsieg plus Joker, was den Gästen acht statt nur fünf Zähler einbrachte. Und Jürgen Ax die Schweißperlen auf die Stirn trieb.
Auch weil Patryk Dudek, neben Watt zweiter nicht-deutscher Fahrer im Heim-Team, konditionell auf dem Zahnfleisch ging, den Australier auf dessen Position nicht adäquat ersetzen konnte. Und weil auch Rene Deddens mit drei mageren Punkten weit hinter den Erwartungen zurück blieb. "Von ihm muss einfach noch viel mehr kommen", sagte Ax. Da nutzten auch die zwölf Punkte des deutschen Vizemeisters Christian Hefenbrock und die elf Zähler von Frank Facher nichts: Ohne Davey Watt, der bis zu seinem Ausscheiden acht Punkte einfuhr, mussten sich die Gastgeber trotz 41:40-Führung vor dem abschließenden Lauf geschlagen geben. "Watt wäre für mindestens weitere vier Zähler gut gewesen", haderte Ax.
Warten auf Jedrzejak
Vier Zähler, die zum Auftakt-Sieg gereicht hätten. Vier Zähler, die - so Diedenbergens Teammanager - "Tomasz Jedrzejak geholt hätte, weil der noch gefahren wäre, auch wenn er sich übergeben hätte". Der Pole, seit Jahren erfolgreichster Drifter im MSC-Lager, soll nun im nächsten Rennen am 8. Mai in Stralsund wieder für den Australier Watt, dessen Engagement in Hofheim ohnehin nur für ein Rennen geplant war, ins Team rücken. Um den zehnmaligen Deutschen Meister wieder auf Titelkurs zu fahren. "Das einzig Gute an der Niederlage ist", erklärt Ax, "dass wir jetzt als Außenseiter zuschlagen können."

