Von Rolf Lehmann
FREIWASSER Langstreckenschwimmer auf Weltreise
SANTOS/SANTA FE. Wiesbadens erfolgreiche Freiwasserschwimmer befinden sich derzeit auf Südamerika-Tour. Zusammen mit SCWler Christian Reichert tritt 25-km-Weltmeisterin Angela Maurer zum Auftakt der Weltcup-Serie über die olympische 10-km-Distanz am Sonntag im brasilianischen Santos an und fliegt von da aus weiter nach Argentinien, wo die eigentlichen "Langstreckler" bereits am vergangenen Wochenende die neue Grand-Prix-Saison eröffnet haben. Nach seinem sensationellen zweiten Platz über 15 km in Rosario wartet auf Reichert-Teamkollege Alexander Studzinski am Sonntag der Albtraum schlechthin: In Santa Fe geht es für ihn auf die gefürchtete 88-km-Strecke.
Betreut werden Maurer und Co. in Santos vom früheren Kaderschwimmer Christian Hein, der seit vergangenem Frühjahr nicht nur Präsident der SG Rheinhessen Mainz ist, sondern künftig auch als Kontaktperson des geplanten Freiwasser-Bundesstützpunktes Mainz-Wiesbaden zum Deutschen Schwimm-Verband (DSV) fungieren soll. Nachdem ein erster Anlauf an Befindlichkeiten der beiden Trägervereine SG Rheinhessen Mainz und SC Wiesbaden gescheitert war, soll dem DSV nun Mitte Februar in Kassel ein neues, gemeinsam erarbeitetes Konzept vorgelegt werden. Einzige noch offene Frage: Wie können Angela Maurer sowie ihr Trainer und Lebensgefährte Nikolai Evseev, die die SG im vergangenen Jahr im Zorn verlassen hatten und sich dem sportlich eher unbedeutenden SSV Undine Mainz anschlossen, mit eingebunden werden?
"Nicht in Zugzwang"
Beste Gelegenheit also, auf der gemeinsamen Reise aufeinander zuzugehen, oder doch nicht? "Schon ungewöhnlich, dass mit der erfolgreichsten Schwimmerin der Region bislang noch niemand gesprochen hat", sieht sich die Wiesbadenerin hierbei nicht in Zugzwang. Maurer: "Ich habe persönlich keine Probleme mit Christian Hein, sehe es allerdings auch nicht als meine Aufgabe an, den ersten Schritt zu machen. Solange für mich und Nikolai daraus keine Konsequenzen ergeben, ist mir das Thema Bundesstützpunkt eher egal."

