Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen und Europarekordler Paul Biedermann ließen es ruhig angehen, der Wiesbadener Helge Meeuw hingegen setzte schon im Vorlauf ein Ausrufezeichen. Zum Auftakt der deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin unterbot Meeuw bereits im Vorlauf über 100 Meter Rücken die Normzeit für die Weltmeisterschaften in Rom. Der 24-Jährige von der SG Frankfurt/Main blieb am Mittwoch in 53,31 Sekunden 66/100 unter der geforderten Zeit, verpasste jedoch knapp von ihm gehaltenen deutschen Rekord um 21/100. Er muss nun im Finale am Samstag noch Platz eins oder zwei belegen, um sich endgültig das Ticket für die WM vom 17. Juli bis 2. August zu sichern. Der Europameister von 2006 über 50 Meter Rücken trat mit einem neu entwickelten Anzug an, der erst am Montag vom Weltverband FINA genehmigt worden war.
Yannick Lebherz hat am Auftakttag einen deutschen Rekord über 400 Meter Lagen erzielt. Der Darmstädter unterbot in 4:14,63 Minuten die 20 Jahre alte Bestmarke des Potsdamers Patrick Kühl um 1,45 Sekunden. Lebherz verpasste jedoch die Norm für die WM in Rom um 6/10 Sekunden. „Das ist kein Problem. Bei den 200 Meter Lagen am Donnerstag lass ich es richtig krachen“, sagte der 20-Jährige, nachdem er den drittältesten deutschen Herren-Rekord geknackt hatte. „Das ist so eine tolle Zeit, das muss einfach belohnt werden“, machte sich Freistil-Europarekordler Paul Biedermann für Lebherz stark.
"Für einen Vorlauf war es okay"
Trotz knapp verfehlter WM-Norm war Olympiasiegerin Britta Steffen „sehr zufrieden“. In 24,67 Sekunden über 50 Meter Freistil blieb sie noch 8/100 über der Norm, ist aber optimistisch, im Endlauf am Freitag schneller zu schwimmen: „Ich weiß, dass noch etwas drin ist. Es sieht ganz gut aus“, sagte die Neuköllnerin lächelnd.
Im Vorlauf über 400 Meter Freistil reichte Paul Biedermann eine lockere Vorstellung, um in 3:48,94 Minuten als Schnellster ins Finale am Samstag einzuziehen. „Ich habe mich nicht sonderlich doll angestrengt. Für einen Vorlauf war es okay“, sagte der 22-Jährige, der Kraft sparte für die 100 und vor allem die 200 Meter Freistil, wo er erst vor anderthalb Wochen einen überraschenden Europarekord aufgestellt hatte. Nach langer Krankheitspause und fehlenden 300 Trainingskilometern dürfte die WM-Norm über 400 Meter von 3:45,20 Minuten auch für Biedermann nur schwer zu knacken sein.
Meeuw war der einzige Schwimmer in den Vorläufen am Morgen, der die WM-Norm schaffte. Den harten Kriterien am nächsten kam noch Johannes Neumann (Riesa). Er verpasste in 1:00,68 Minuten die Norm über 100 Meter Brust um 27/100 Sekunden. Neumann macht sich wie Marco Koch (Darmstadt) im Endlauf am Samstag Hoffnungen das das WM-Ticket. Als Vorlaufschnellste über 50 Meter Freistil zogen Steffen Deibler (Hamburg) und Titelverteidiger Rafed El-Masri (Neukölln) ins Finale am Freitag ein. Das in 22,47 Sekunden zeitgleiche Duo lag aber 8/10 Sekunden über der WM-Norm.

