Von Ulrich Schwaab
SVWW an Kaiserslauterer Profi interessiert/Frank lobt Lernprozess
HERRISCHRIED/WIESBADEN. Trainer und Spieler sind der Überzeugung, dass die Teambuilding-Maßnahme im Südschwarzwald Fußball-Zweitligist SV Wehen Wiesbaden nach vorne gebracht hat. Derweil bastelt Manager Uwe Stöver weiter an Neuverpflichtungen.
Es könnte sein, dass sich die Gruppe ehemaliger Profis des 1. FC Kaiserslautern beim SVWW weiter vergrößert. Manager Uwe Stöver bestätigte, dass FCK-Profi Fabian Schönheim ein heißer Kandidat für einen Wechsel zum SVWW ist. "Er ist ein Spieler, der für uns interessant sein könnte", sagte Stöver. Schönheim verfüge über "Qualitäten, die uns weiterhelfen". Der 1,91 Meter große Lauterer war zuletzt als Innenverteidiger eingesetzt, hatte aber unter Milan Sasic seinen Platz im Zweitliga-Kader verloren und musste in der Regionalligamannschaft der Pfälzer spielen. Schönheim ist 21 Jahre alt und absolvierte neun U 21-Länderspiele. Sein Aufstieg begann 2005, als er als A-Jugendlicher zu 18 Bundesligaeinsätzen kam und sich dabei einen Namen machte.
SVWW-Trainer Wolfgang Frank hofft, dass sich die angestrebten Transfers "noch vor der Abfahrt ins Trainingslager" realisieren lassen, um die Neuzugänge umfassend integrieren zu können. Manager Stöver hingegen gibt zu bedenken, dass viele Profis zu immer günstigeren Konditionen zu bekommen seien, je näher das Ende der Transferperiode am 31. Januar rückt. Der erste Kaiserslauterer Neuzugang beim SVWW, Marcel Ziemer, hat sich jedenfalls wacker geschlagen. Schließlich musste der Offensivspieler gleich drei Tage mit nach Herrischried im Südschwarzwald, wo der Kader in einem Selbstversorger-Haus näher zusammenrücken wollte. "Marcel ist ein ruhiger Typ. Er hat sich gut eingewöhnt", sagte Wolfgang Frank.
Der Trainer wertete die Selbsterfahrung im Schnee als "gute Geschichte". In den unterschiedlichsten Aufgaben sei es letztlich darum gegangen, Lösungen zu suchen, um gewisse Aufgaben zu erfüllen. Zwei Mentaltrainer unterstützten Frank zudem in seiner Arbeit. "Am Anfang waren die Jungs unorganisiert. Das hat sich Schritt für Schritt gebessert, schließlich haben die Jungs auch gemerkt, worum es geht", sagt Frank abstrakt.
Sascha Amstätter hat mit demselben Veranstalter sein nunmehr drittes Teambuilding absolviert und fand die Tage bei minus 15 Grad "aufschlussreich. Alle haben gemerkt, dass man, wenn man vor eine größere Aufgabe gestellt wird, das Ziel nur gemeinsam erreicht". So nahmen die Profis einen Orientierungsmarsch mit verbundenen Augen teilweise auf die leichte Schulter, so dass zwar die Zwischenziele erreicht wurden, nicht aber der Endpunkt. Auch Amstätter stellte fest, dass sich die Kollegen "von Aufgabe zu Aufgabe verbessert" haben. Eine andere Aufgabe bestand aus einem speziellen Biathlon-Wettbewerb, bei dem die Profis mit Schneeschuhen einen Parcours abliefen und dabei mit Pfeil und Bogen schossen. In drei Gruppen kämpften Mittelfeld, Angriff und Verteidigung gegeneinander.
Die Drittplatzierten mussten abends spülen, der Zweite durfte kochen und die Ersten brauchten nichts zu tun. "Ich habe abgewaschen", offenbarte Amstätter das Ergebnis seiner Gruppe. Der Stimmung aber hat das intensive Gruppenerlebnis in der Kälte gut getan. In den Mehrbettzimmern sei "viel miteinander geredet" worden, sagt der 30-Jährige. Welchen Ertrag das alles im Kampf um Zweitliga-Punkte liefert, weiß noch niemand. "Das ist ein Prozess, dessen Erfolg sich rausstellen wird", glaubt Wolfgang Frank.

