Ein Modell, das Sportler faszinierend finden
22.02.2012 - WIESBADEN
Von Ulrich Schwaab
NACHGEFRAGT Duale Ausbildung der Polizei greift
Jenny Mensing hat sie erfolgreich absolviert, Angela Maurer steckt noch mitten drin und 17 Spitzensportler haben sich um einen Platz im achten Ausbildungsjahrgang beworben: Die Polizei-Sportfördergruppe des Landes Hessen hat sich als Instrument bewährt, Spitzensport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen. „Das Modell ist erfolgreich. Der Andrang ist stark“, sagt Arnulf Rücker, Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Hessen und maßgeblich an der Entwicklung des Modells beteiligt. Als es Hessen 2005 aus der Taufe hob, war es bundesweit das einzige Land, das Sportlern eine Polizeiausbildung im gehobenen Dienst ermöglichte.
Diese ist für die Top-Athleten um eineinhalb Jahre verlängert, damit sie wie eben die Schwimmerinnen Mensing und Maurer oder Hochspringerin Ariane Friedrich auch die Leistungssportkarriere verfolgen können. Für 2012 hat der hessische Innenminister erneut zehn Ausbildungsplätze für Top-Athleten genehmigt. Zu diesen kommen vier Sportler aus Rheinland-Pfalz. Diese absolvieren seit 2007 die Ausbildung in der Polizei-Sportfördergruppe zusammen mit den hessischen Kollegen. Noch laufen die Bewerbungen, Rücker rechnet mit „12 bis 13“ Sportlern, die zum 1. September ihren Dienst antreten. Eine, die bereits ihre Eignung für die Polizei-Sportfördergruppe bestanden hat, ist Schwimmerin Jaana Ehmcke. Die gebürtige Bremerin gilt als Spezialistin für längere Freistilstrecken.
Doch ob im achten Jahrgang wieder internationale Medaillenkandidaten aktiv sind, wird bis Mai wohl geheim bleiben. Schließlich muss sich das Modell der Polizei auch gegen andere duale Ausbildungsansätze behaupten. Die Fachhochschule Rhein-Main etwa, wo Jan-Felix Knobel oder Lucia Kaiser studieren, profiliert sich ebenfalls als Partnerhochschule des Spitzensports; so, wie die Frankfurter Goethe-Universität. Dort studieren 40 Kaderathleten. „Es gibt Alternativen“, sagt Rücker. Das ist prima für die Sportler und schmälert das Angebot der Polizei-Sportfördergruppe in keinster Weise.

